8. Teil - "Was man bei Pärchen-Kochabenden über die Liebe lernt"

8. Teil: "Was man bei Pärchen-Kochabenden über die Liebe lernt" - dinner1_208
Männer in der Küche, Foto: Anna Ott für LECKER.de

Le-Creuset-Töpfe statt Ikea? Wieso heult die Gastgeberin? Wieso muss Tischdeko perfekt sein? Eine Frau und ein Mann lernen sich kennen, verlieben sich und trennen sich. Ihre und seine Gedanken in der Kolumne "12 Gänge Menü". Jeden Dienstag auf LECKER.de!

Er: Hätten wir den Kochabend nicht in Svens Wohnung machen können? Bei Mia und Niels ist gleich alles so superschnieke. Der alte Angeber mit seinem Acht-Personen-Tisch. Ja, natürlich ist das Sofa toll und die Designerstühle geil und die Gläser eins A. Meine Güte, wie kann man sich als Paar nur so über seine Einrichtung definieren?

Sie: Traumküche. Wenn ich mal groß bin, will ich auch so eine! Und wenn ich später kochen kann, will ich auch unbedingt so einen riesigen, alten Holztisch, um den ich alle meine Freunde versammeln kann.

Er: Klar hätte ich auch gern seinen Flachbildfernseher. Aber welcher Normalverdiener kann sich so eine schnieke Einbauküche wie aus der Werbung leisten? Mia hat ungefähr eine halbe Stunde gebraucht, bis sie uns alle ausfahrbaren Schubladen gezeigt hat. Alter Schwede. Wieso bin ich kein Key Account Manager geworden?

Sie: Die zwei haben vielleicht eine hübsche Wohnung. Perfektes Paar. Und kochen kann sie auch noch! Allerdings ist sie ziemlich gereizt. Ich lass sie mal besser allein in der Küche rumwerkeln.

Er: Kaum zu fassen, dass die beiden erst zwei Jahre zusammen sind und sich schon derart häuslich niedergelassen haben.

Sie: Nach der Dreizimmerwohnung und der Einbauküche kann doch eigentlich nur noch das Baby kommen.

Er: Das ist alles so weit weg von mir. Puh. Bier?

Sie: Ich gehe Mia mal helfen. Sofern sie mich und die anderen zwei Mädels an ihre selbstgemachte Pasta an Kalbs-Picatta á la Superkoch Gordon Irgendwas lässt. Umrühren kann ich. Und Teller ins Esszimmer tragen kann ich auch.

Er: Hoffentlich hat unser Tiramisu geklappt. Ist auf jeden Fall genügend Marsala drin.

Sie: Ich würd gern gleich zum Nachtisch übergehen. "Life is short - eat dessert first!"

Er: Komisch. Seit wann trinkt Niels eigentlich so leidenschaftlich gern Wein? Früher hat er sich immer mit Bier zufrieden gegeben. Aber neuerdings macht der Herr auf Weinkenner. Liegt wohl an Mia. Obwohl, schlecht ist dieser Stellenbosch wirklich nicht... aber 30 Euro für eine Flasche?!

Sie: Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Küchengeräte gibt. Und brauche ich auch einen Kühlschrank mit integrierter Eiswürfelmaschine? Die Minestrone, die Mark und Judith mitgebracht haben, sieht auch gut aus. Nicht so ein pürierter Matsch wie bei mir. Allein der Topf von denen ist beeindruckend. Le Creuset. Muss ich mich schämen, weil auf meinen nur TCM steht?

Die Gäste sind weg, die dicke Luft bleibt

Er: Reden die Jungs jetzt alle über Wein? Ich fasse es nicht. Ich werde in die Küche zu den Frauen gehen, ehe Mark von seinem Humidor fachsimpelt. Aber erstmal gehe ich aufs Gästeklo und schaue, wie viele Lagen ihr Klopapier hat.

Sie. Ich komme mir vor, wie beim perfekten Dinner. Da dürfen die Gäste auch immer in der Wohnung rumstöbern. Mia hat den größten Kleiderschrank der Welt.

Er: Wann komme ich in das Alter, wo ich das alles habe? Und will ich das überhaupt?

Sie: Außerdem schwärmt sie die ganze Zeit von ihrer "Frau Pu".... bis ich gerafft habe, dass sie von ihrer Putzfrau spricht, Mann!

Er: Nee, Alter. Fünflagiges, blaues Klopapier, farblich abgestimmt zur Seife und den Handtüchern?! Ich habe drei Jahre mit dir in einer Jungs-WG gehaust, Niels! Wir haben Klopapier aus der Uni geklaut, Alter! Wo ist deine Lässigkeit geblieben?

Sie: Ich komme mir vor wie in einem Luxusrestaurant. Fantastisch. Allerdings könnte die Stimmung besser sein.

Er: Ich hoffe, diese Pärchenkochrunde wird nicht all zu schnell wiederholt.

Sie: Muss man als Paar etwa nicht nur perfekt knutschen können, sondern auch ein perfekt eingerichtetes Heim präsentieren? Schrecklich.

Er: Ich wohne in einem Single-Haushalt und meine Freundin ebenfalls. Trotzdem sind wir ja keine Singles!

Sie: Oh je, jetzt beginnt das Große Fressen. Mia schleppt die Töpfe rein. Hat sie etwa geweint?

Er: Früher oder später würden wir alle acht in meinem Wohnzimmer landen und müssten uns an den Couchtisch quetschen.

Sie: Ich habe weder genug Teller für acht Personen, noch genügend Weingläser. Ich kann weder vier Töpfe und einen Backofen gleichzeitig bedienen, noch habe ich vorzeigbare Küchenschränke.

Er: Es schmeckt. Definitiv. Aber mich beschleicht das Gefühl, dass meine Freunde hier einen internen Battle um die perfekteste Wohnung samt geilster Kochkünste anzetteln.

Sie: Wenigstens sind Mark und Julia gerade auf den Balkon gegangen, um sich mal wieder zu zoffen. Wäre sonst auch zu perfekt, der Abend.

Er: Mia sitzt irgendwie nie am Tisch, sondern läuft dauernd von der Küche zum Tisch und zurück. Naja, bei ihrer miesen Laune auch besser so.

Sie: Dann doch lieber Gast sein als Gastgeberin.

Er: Und Niels lässt sich die ganze Zeit mit Wein volllaufen.

Sie. Wieso gräbt Niels bitte so an Marks Freundin rum?

Er: Puh. Bin ich froh, dass ich hier nachher nicht aufräumen muss.

Sie: Mensch, Mia ist schon wieder was in der Küche runtergefallen. Das „schöne“ Porzellan. Aber ich wette, das passt alles in ihren riesigen Geschirrspüler ...

Er: Unser Tiramisu ist eindeutig heftigst alkoholgetränkt. Geil. Vielleicht beruhigen sich so die Gemüter.

Sie: Wenn sich alle streiten und heulen haben wir um so mehr vom Nachtisch. Ich verstehe aber echt nicht, wieso Julia jetzt im Gästeklo heult.

Er: Schreit Mia Niels gerade im Schlafzimmer an? Cheers.

Sie: Ich will hier weg.

Er: Wie spät ist es wohl?

Sie: Ob es unhöflich wäre, wenn ich meine Glasschale mitnehme, obwohl sie noch halbvoll mit Tiramisu ist? Ach, ich lasse sie hier. Ist eh bloß vom Real und morgen kaufe ich mir eine hübschere.

Er: Never ever again. Lieber wieder mit den Jungs allein ausgehen und Bier trinken, statt so ein Bohei um Essen und teuren Wein zu machen. Von dem angeblich teuren Fusel hab ich Sodbrennen.

Sie: Wenn wir mit dem Pärchen-Kochabend dran sind, werde ich kurzfristig absagen. Oder wir machen Raclette.

Er: Nächstes Mal lade ich alle zu mir ein und mache stupide Nudeln oder bestelle Pizza. Schrecklicher Abend. Los, komm, Süße. Und nimm den Rest Alkoholmisu mit.

Sie: Sag ich doch. "Life is short - eat dessert first..."

Von Clara Ott

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