Tellerrand

Compliment to the Chef über Leidenschaft und Ziegen

Sonja Planeta und Wildschein-Burger
Bloggerin Sonja Planeta kocht gern selbst. Ihren Burger belegt sie mit Wildschwein, Foto: Sonja Planeta

Eigentlich ist Sonja Planeta PR-Consultant in Wien. Eigentlich. Denn nebenbei betreibt die 31-Jährige seit 2011 den Food-Blog Compliment to the Chef. Zwei Jahre nach dem Start schaffte es der Blog unter die Top 3 der AMA Food Blog Awards.

Ihr Erfolgsrezept: Qualität statt Quantität. Nach diesem Motto postet die Wienerin auf ihrem Blog. So können sich ihre Leser zwar nicht jede Woche über neue Artikel und Rezepte freuen, aber sich sicher sein: Wenn was kommt, dann ist es gut.

Zum Erfolg tragen auch die Porträts bei, die mittlerweile den Blog ausmachen. Diese stellen Leute in den Fokus, die sonst so nicht in den Magazinen vorgestellt werden. Statt auf große Namen wie Jamie Oliver konzentriert sich Sonja Planeta auf Köche, die zwar in der Food-Welt Wellen schlagen, aber der Allgemeinheit nicht allzu bekannt sind. Oder haben Sie schon einmal etwas über Vladimir Mukhin aus Russland gehört, der mit im Moskauer Restaurant White Rabbit die russische Küche neu erfinden will?

Neben den Porträts sind auf Compliment to the Chef auch leckere Rezepte aus aller Welt zu finden. Seesaibling-Sahimi reiht sich neben Ravioli mit Salsiccia-Füllung und Krapfen mit Marmelade ein. Passt nicht? Doch – denn bei Compliment to the Chef wird auf kreative Gerichte gesetzt, die alle eins gemeinsam haben: einen hohen Wohlfühl-Faktor.

Marillenknödel in der Pfanne
Die Marillenknödel schmecken auch mit Erdbeeren oder Zwetschgen super, Foto: Sonja Planeta

Woher kommt deine Leidenschaft für Essen?

Richtig intensiv mit Essen beschäftigte ich mich seit meinen Auszug von zu Hause. Für mich war klar, dass ich mich nicht von Tiefkühlprodukten ernähren möchte. Zeitgleich habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt, der auch gerne isst. Wir haben immer mehr ausprobiert und wollten alles selber zubereiten – von Pizzateig bis Tomatensuppe. So hat sich meine Leidenschaft einfach immer mehr entwickelt.

Was muss ein Gericht alles haben, damit es bei dir auf den Blog kommt?

Es sind Gerichte, die mich begeistern und von denen ich hoffe, dass andere sie auch gut finden werden. Das Essen muss mich ansprechen und neugierig machen – und beim Probekochen überzeugen.

Waffel mit grünem Spargel
In den Waffelteig wurden Kräuter untergemischt - so wird es schön herzhaft, Foto: Sonja Planeta

Wie kam es zu den Porträts?

Ich habe davor Restaurant-Kritiken geschrieben, mit denen ich nach einiger Zeit aufgehört habe. Dann habe ich drei Jahre nur Rezepte gebloggt. Irgendwann sind mir die Ideen und Geschichten zu den Rezepten ausgegangen. Darum dachte ich, wenn ich keine Geschichten mehr habe, gibt es andere Leute, die welche haben! So sind die Porträts entstanden.

Portätierst du nur Sterneköche?

Nein. Die Hauptsache ist, dass die Leute etwas Neues und Spannendes machen. Ich war zuletzt auf dem Bio-Ziegenhof von Klaus Wiesinger. Dort habe ich mal geschaut, wo die Ziegenmilch herkommt, die bei uns im Laden steht. Das war super interessant. In Wien gibt es auch zwei Burschen, die im Keller Speisepilze zum Verkauf züchten. Das sind alles Geschichten, die für mich in Frage kommen.

Nikolai Koelbl kocht auf dem Ziegenhof
Bei einem Event auf dem Wiesingers Dreiseithof kocht Nikolai Kölbl mit Produkten aus Ziegenmilch, Foto: Sonja Planeta

Wer ist dein Lieblingskoch?

Zwar habe ich noch nie bei ihm gegessen, aber ich koche gerne nach den Rezepten von Stevan Paul. Und ich gehe gerne in die Restaurants von Konstantin Filippou, da er spannende Kombinationen auftischt.

Welcher Koch-Typ bist du in der Küche?

Mittlerweile koche ich sehr aus dem Bauch heraus. Ich überlege mir im Kopf Zutaten, die für mich Sinn ergeben, und probiere das dann einfach aus. Früher habe ich mich streng an die Rezeptvorgaben gehalten und mich noch nicht so viel getraut. In der Küche bin ich sehr organisiert und ordentlich. Ich bin schon im Vorfeld sehr organisiert und habe meine Einkaufsliste und will immer gut vorbereitet sein. Beim Kochen wasche ich sofort ab - auch wenn ich den Topf oder das Messer dann später wieder brauche.

Gibt es Entwicklungen in der Food-Szene, die du kritisch siehst?

Für mich ist dieses "Regional"- Thema ein bisschen ausgelutscht. Ich finde, es ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, oder etwas, was sich ein Restaurant oder Koch auf die Fahne schreiben sollte. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Trends wie Superfoods betrachte ich skeptisch. Da steckt viel Marketing dahinter. In den jeweiligen Ländern sind das ganz normale Nahrungsmittel. Bei uns werden sie medial gehypt.

Riesengarnelen in der Pfanne
Das Rezept für die Garnelen sind von Sonja Planetas Lieblingsitaliener inspiriert, Foto: Sonja Planeta

Naan-Brot, Yufka, Gnocci, Burger: Du vereinst Gerichte aus aller Welt. Welche Küche beeinflusst dich am meisten?

Ich glaube, die italienische Küche. Die Gerichte sind einfach, und alles wirkt so ungezwungen und lässig. Es sind schlichte Zutaten, die aber qualitativ sehr hochwertig sind. Man braucht nicht viel, nur ein gutes Olivenöl, ein Brot, ein paar Oliven, und schon hat man ein tolles Essen.

Bist du auch mit der italienischen Küche aufgewachsen oder ging es bei dir zu Hause traditioneller zu?

Auf jeden Fall traditionell! Am Wochenende hat mein Vater Wiener Küche aufgetischt. Das ist auch nach wie vor so. Jedes Wochenende gibt es deftiges Essen wie Schweinsbraten oder Knödel. Aber mein Vater kocht auch gerne Italienisch oder Asiatisch. Er probiert viel aus und ist neugierig. Das habe ich von ihm übernommen.

Was ist dein aktuelles Lieblingsgericht?

Was bei mir immer geht ist Spaghetti Bolognese. Doch wenn es warm wird, esse ich am Meisten erfrischende Speisen. Mein Sommer-Favorit sind Garnelen italienischer Art. Die sind lecker, leicht und schnell gemacht.

Text: Jannah Fischer

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