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Craft Beer-Empfehlungen zur EM 2016

EM 2016

Nicht nur die deutsche Nationalelf ist für die EM 2016 gut aufgestellt, auch die deutsche Craft Beer-Szene. Craft Beer ist im Grunde nichts anderes als von handgebrautes Bier – Klasse statt Masse, Geschmacksvielfalt statt Einheitsbrei. Was die Brauer auszeichnet, ist ihre Freude am Experimentieren mit neuen und alten Bierstilen.

"Craft Beer zeigt, was alles möglich ist", sagt Expertin Sophia Wenzel. Sie ist Biersommelière des Jahres 2014 und beschäftigt sich von Berufswegen her mit dem Bier trinken. Für sie muss ein Bier Charakter besitzen: "Es ist ein saisonales, regionales und vielseitiges Produkt, in dem auch Kräuter, Zitrusfrüchte oder wie beim Oyster Strout sogar Austern verarbeitet werden können."

Klingt komisch? Einfach mal ausprobieren und zum Fußballspiel ein, zwei Flaschen Craft Beer genießen. Wir stellen ausgewählte Marken vor. Sie geben nur einen Bruchteil, von dem wieder, was aktuell erhältlich ist.

Wer spielt wann und wo? Hier findet ihr alle EM-Spiele im Überblick >>

Text: Sarah Krecker
Foto: Fotolia.com - Nejron Photo

Prototyp von Oliver Wesseloh

Prototyp – Gebraut von einem Weltmeister

Ein Bier als fruchtig und vollmundig zu bezeichnen, das kommt wohl nur Kennern über die Lippen. Doch wer einen Schluck vom Prototypen getrunken hat, weiß wovon die Rede ist. Das Hamburger Bier ist ein Lager mit Charakter. Im Unterschied zum klassischen Lagerbier wird es stärker eingebraut und kalt gehopft. Durch dieses Verfahren bleiben die ätherischen Öle der fruchtigen Hopfensorten erhalten. Und das schmeckt man.

Prototyp erblickte 2013 das Licht der Bier-Welt. Es ist die erste Kreation der Kehrwieder Brauerei in Hamburg, und war zu diesem Zeitpunkt auch die erste ihrer Art in Deutschland. Inzwischen wird der Bierstil häufig als IPL bezeichnet, India Pale Lager.

Gebraut wird das Bier von einem Weltmeister, nicht des Fußballs, sondern der Biersommeliere. Oliver Wesseloh entwickelt die Rezepte ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen.

Schoppe Bräu Berlin

Holy Shit Ale - Craft Beer aus Boatengs Heimat

"Heilige Scheiße, schmeckt das gut", rufen die einen begeistert. "Heilige Scheiße, ist da viel Alkohol drin", rutscht‘s den anderen raus. Das Berliner Holy Shit Ale hinterlässt Eindruck, wo immer es aufgetischt wird. Da wäre der superaromatische Geschmack: Ein Schluck vereint malzige und fruchtige Noten zu einem bitter-süßen Erlebnis. Zudem zeichnet sich das Imperial IPA durch einen hohen Alkoholgehalt von 10 Prozent aus.

Erfinder Thorsten Schoppe folgt mit seiner Kreation dem Grundgedanken von Imperial-Bieren. Der lautet: mehr von allem – mehr Hopfen, Malz und Alkohol. Damit rückt der bewusste Genuss in den Vordergrund. Denn wer zu viel davon trinkt, dem steigt das Starkbier schnell in den Kopf.

Thorsten Schoppe gilt als einer der aufstrebendsten Craft Beer-Brauern Deutschlands. Seine Wirkungsstätte, Schoppe Bräu Berlin, liegt im Stadtteil Kreuzberg.

Fotos: Jule Felice Frommelt

Braukatz

Hop Cat – Frauen vor, noch ein …

Blumig, fruchtig und erfrischend, das ist das Hop Cat aus Bayern. Der leichte Tropfen ist untergärig gebraut, so wie das beliebteste aller Biere, das Pils. Es trinkt sich am besten gekühlt bei 7 bis 9 °C.

Hop Cat wird von Frauenhand gebraut, genau genommen von Stephanie Mayers. Heutzutage erscheint das exotisch. Dabei war das Brauen einst Frauensache. Berühmtes Beispiel ist Katharina von Bora, Frau von Martin Luther und Brauerin von Beruf. Sie besserte die gemeinsame Kasse durch ihre Biere auf.

Mit Braukatz gehört Stephanie Mayer zu einer neuen weiblichen Bewegung in der Craft Beer-Szene. An ihrer Seite steht Schwester Kathrin, die sich um den Verkauf kümmert. Gemeinsam führen sie die Brau-Manufaktur Allgäu, in der Braukatz hergestellt wird, in fünfter Generation.

Dolden Sud

Dolden Sud – Deutsch-Englisches Freundschaftsspiel

Die Kombination aus Bio und Bier klingt irgendwie nach Spaßbremse. Riedenburgers Dolden Sud beweist das Gegenteil. Das Design ist zeitgemäß, das Aroma fruchtig-intensiv, die Zutaten unter besten Bedingungen angebaut.

Auch das zeichnet Dolden Sud aus: Der Hersteller Maximilian Krieger verbindet bayerische Braukunst mit einem von Engländern entwickelten Bierstil, genannt India Pale Ale. Das Ale wurde zu Kolonialzeiten den Soldaten auf Seefahrten mitgegeben. Um das Gebräu lange haltbar zu machen, wurde es stärker und mit mehr Hopfen gebraut. Nach Ankunft sollte es eigentlich mit Wasser verdünnt werden. Doch das Bier gefiel den Soldaten auch so ziemlich gut.

Lillebräu

Lillebräu - Neue Spieler aus dem Norden

Lillebräu ist ein junges Bier aus dem Norden. Das Lager enthält drei Malz- und fünf Hopfensorten, die unter Kalthopfung ihr fruchtiges Aroma entfalten. Nuancen von Waldbeeren und Zitrusfrüchten schwingen mit, drängen sich aber nie in den Vordergrund. Das Bier erfrischt auf angenehme Weise. Für einen gestanden Pils-Trinker eine gute erste Wahl, um die Craft Beer-Welt kennenzulernen.

An den Braukübeln stehen Max Kühl und Florian Scheske aus Kiel. Sie haben sich das Handwerk im Selbststudium angeeignet. Eigentlich kommen sie aus einer anderen kreativen Ecke, der des Designs. Das Lager ist ihr erstes und bisher einziges Bier. Im Sommer folgt ein Pale Ale.

Der niedlich klingende Name Lillebräu ist aus dem Kinderbuch "Karlsson vom Dach" entsprungen. Der hatte einen kleinen Bruder, den Lillebror.

Ale-Mania

Gose - Frischer Wind für Alemania

Kennst du Gose? Das ist keine Wortneuschöpfung, sondern ein mittelalterlicher Bierstil, der ein kleines Comeback feiert. Gose zählt, wie übrigens auch die Berliner Weiße, zu den so genannten Sauerbieren. Diese werden in der Regel mit Bakterien versetzt, was sie spritzig und säuerlich macht.

Das Besondere an der Gose von Ale-Mania ist die Zusammenstellung der Zutaten. Die Basis bildet ein Weizenbier, das Brauer Fritz Wülfing mit Koriandersaat kocht und mit Milchsäure sowie Salz versetzt. Doch die Säure schmeckt nicht penetrant vor. Sie erfrischt und harmoniert mit den verschiedenen Malzsorten. Ideal als Erfrischung im Sommer.

Bei der Verpackung schwört Fritz Wülfing auf die Dose. "Sie ist 100 Prozent lichtdicht und läßt weniger Sauerstoff in die Verpackung als eine Flasche", sagt der Bonner. In England und den USA ist die Dose unter Craft Beer-Kennern sehr beliebt.

Klosterbrauerei Mallersdorf

Zoigl - Die erfahrenste Brauerin im Kader

Wer denkt, dass Craft Beer nur in Städten zu Hause ist, irrt. Im bayerischen Hinterland haben Privatbrauereien eine lange Tradition. Hier steht auch Deutschlands letzte Klosterbrauerei mit Schwester Doris an den Braukübeln. Sie beendete 1975 ihre Ausbildung zur Braumeisterin als Jahresbeste. Seither versorgt sie rund 500 Schwestern mit naturtrübem Bier und vertritt die Meinung: "Wir kleinen handwerklichen Brauereien sind die wahren Craft-Brauer."

Zum Reportoire von Schwester Doris gehört unter anderem das Zoigl. Zoigl, auch Kommunbier genannt, ist ein kohlensäurearmes Bier. Früher wurde es in Kommunbrauhäusern gebraut und von den Zoiglbrauern zuhause vergärt. Schwester Doris verwendet für ihre Rezeptur bayerischen Hopfen aus dem Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Zudem enthält das Zoigl Hefe. Zusammen entsteht ein süffiges Bier mit fruchtiger Note.

In den Genuss von Schwester Doris' Bieren kommen auch Menschen außerhalb der Klosteranlagen in Mallersdorf. Von den jährlich hergestellten 3.000 Hektoliter landet ein Teil in den Handel und umliegenden Supermärkten.

Den Hype um Craft Beer sieht Schwester Doris kritisch: "Die Szene hat sicher dazu geführt, daß wieder über Bier gesprochen wird. Es macht aber keinen Sinn, wenn die exotischen Biere hochpreisig verkauft werden, und das gute helle Bier verschleudert wird." Für sie kommen die Biere mit besonderen Hopfen eher als Aperitif in Frage. Was ihr ganz und gar gegen den Strich geht: "Wenn das Bier nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wird und allesmögliche hinzugefügt wird."

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