Tellerrand

Food-Blog mit mediterranem Flair: Cucina Piccina

Sarah Krecker
Cucina Piccina Bloggerin
In der "Cucina Piccina" von Sophia Schillik

Am liebsten isst Sophia Schillik italienisch. Die Vorliebe teilt sie mit anderen auf ihrem Food-Blog "Cucina Piccina". Hier warten mediterrane Rezepte, von Antipasti bis Dolci, darauf nachgekocht und nachgebacken zu werden. Aber die 31-Jährige kann noch mehr als italienische Küche.

An ihrer Universität ist sie die Tupperqueen. Um sich beim Lernen für das Studium der Journalistik, Germanistik und Geschichte bei Laune zu halten, packt sich Sophia Schillik morgens Care-Pakete. Darin liegen nicht einfach zusammengeklappte Käsebrote. Sie nimmt sich Salate samt Dressing in Schraubgläsern mit oder "dick mit Käse, Sprossen und gebratenen Pilzen belegte Sandwiches, gesunde Muffins und vollkornkernige Gemüsetartes", erinnert sich die Food-Bloggerin. Diese "oft als schrullig angesehene Selbstversorgungstaktik" bringt sie gut genährt sowohl durch das Grundstudium in Gießen als auch durch das Hauptstudium in Leipzig. Einzige Ausnahme sind zwei Semester in Florenz – auswärts essen in Italien ist ein Segen für die 31-Jährige.

In jenen Studienjahren gründet Sophia Schillik den Blog , dessen Name übersetzt "winzige Küche" bedeutet. Seit März 2010 stellt sie dort Lieblingsrezepte und kulinarische Entdeckungen vor, oftmals inspiriert von der südeuropäischen Esskultur. Trotz kleiner Unterbrechungen ist der Blog eine große Konstante in ihrem Leben: Er begleitet sie durch vier Wohnortswechsel und unterschiedliche Lebensphasen. Momentan arbeitet sie in Göttingen für den deutschen Feinkostimporteur Viani als Foodfotografin, Texterin und kreativer Kopf. Zuvor hat sie für verschiedene Magazine geschrieben, von "Süddeutsche Zeitung" bis "Effilee". Später will sie einmal wieder ganz zu ihren journalistischen Wurzeln zurückkehren. Im Interview spricht Sophia Schillik über Food-Obsession, lästige Schreibblockaden und die Liebe zur italienischen Küche.

1. Was war deine Motivation, "Cucina Piccina" zu gründen?
Der Blog ist während meiner finalen Prüfungsphase entstanden, als Ausgleich zum verkopften Alltag an der Universität. Ich hatte das dringende Bedürfnis, etwas Kreatives zu schaffen und meine Leidenschaften zu bündeln. Dass sich auch andere für meine Jagd nach spannenden Rezepten und die darum herum gestrickten Geschichten interessieren könnten, hatte ich anfangs nicht so sehr im Visier.

2. Was hat sich seit dem Blog für dich verändert?
So ziemlich alles – mein Lebensrhythmus, mein Bekanntenkreis, meine Art zu kochen und zu essen, meine Einstellung zu Lebensmitteln und mein Anspruch an Frische, Geschmack und Ästhethik. Aber auch meine Schmerzgrenze für Restaurantrechnungen ist gesunken. "Food" bedeutet mir mehr, als eine Mahlzeit zu essen. Für mich umschreibt das ein Lebensgefühl, dass das große Ganze umfasst: einkaufen, experimentieren, arrangieren, mit allen Sinnen genießen und nicht zuletzt teilen. Wenn man sich täglich mit diesem Thema beschäftigt, eröffnet das zwangsläufig viele neue Dimensionen – für einige mag ich verrückt sein, ich finde das normal.
Im Grunde hat "Cucina Piccina" nur wachgekitzelt, was schon immer da war. Essen eigenhändig zubereiten, kulturelle und regionale Traditionen mit verschiedenen Gerichten aufgreifen, Erinnerungen durch bestimmte Gerüche oder Geschmäcker hervorrufen – das hat mich schon immer begeistert.

Cucina Piccina Lieblingsrezept
Lieblingsrezept: Ajo Blanco Foto: Sophia Schillik/Cucina Piccina

3. Was war dein bisher aufregendster Moment im Blogger-Dasein?
Als aufregend empfand ich zum Beispiel meine Begegnung mit Sternekoch Tim Raue bei einem Dinner in München. Aber auch der Foodtrip nach San Sebastián samt Menü im preisgekrönten Grillrestaurant Asador Etxebarrie war spannend. Der aufregendste Moment in meiner Bloggerlaufbahn aber wahr wohl schlicht und einfach der Augenblick, als ich nach monatelanger Blockade endlich einen neuen Post fertig gestellt hatte und nur noch auf den "Veröffentlichen"-Button drücken musste. Das war wie eine Befreiung – oder wie das Aufwachen aus einem langen Dornröschchenschlaf.

4. Woher nimmst du die Inspiration für deine Rezepte?
Aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Momenten. Ich gehe mit neugierigem Blick durch das Leben, suche auf Reisen und in Restaurants nach tollen Aromakombinationen oder tausche mich mit anderen Foodverrückten aus. Manchmal ist es ein spezielles Kochbuch, dass mich über Wochen hinweg inspiriert, manchmal ein anderer Blog. Es kann aber auch passieren, dass mich ein ganz bestimmtes Produkt oder Gewürz nicht mehr loslässt. Dann stehe ich tagelang in der Küche, experimentiere und probiere, bis ich die perfekte Verwendung gefunden habe.

5. Die mediterrane Küche hat es dir besonders angetan. Wie kommt das?
Ich habe als Kind sehr viel Zeit in Italien verbracht und bin daher mit der italienischen Küche aufgewachsen – das hat meine Einstellung zum Kochen stark geprägt. Mir gefällt die Einfachheit und Schlichtheit der Gerichte, die Konzentration auf wenige, dafür aber ausgewählte Aromen, Früchte und Gemüsesorten, vor allem aber, wie die Italiener das Essen genießen: mit ausreichend Zeit, in Gesellschaft und am liebsten im Rahmen eines mehrgängigen Menüs. "Cucina Piccina" steht aber für mehr als nur die Liebe zur italienischen Küche, die sich nur in einem Teil meiner Rezepte wiederspiegelt, sondern meint vor allem, dass man auch ohne perfekt ausgestattete Kombüse oder ein virtuoses Rezepte-Repertoire, spannend, abwechslungsreich und gesund kochen kann – so wie es die Italiener seit vielen Jahrzehnten vormachen.

6. Hast du ein Lieblingsrezept, das du unseren Lesern vorstellen möchtest?
Ein Lieblingsgericht habe ich eher nicht, dafür esse ich viel zu gerne jeden Tag etwas anderes. Aber es gibt Klassiker in meiner Küche, die ich immer wieder gerne hervorhole. Einer dieser heiß geliebten Evergreens ist die Ajo Blanco, die ich zusammen mit meiner Bloggerkollegin Simone auch beim Auftaktabend des Kölner serviere – im Rahmen eines mehrgängigen Menüs mit Wein, Musik und spannenden Menschen. Gerade an heißen Sommertagen macht diese kalte Mandelsuppe aus Andalusien richtig Spaß, vor allem, wenn sich darin noch ein paar geeiste Trauben befinden. >> Zum Lieblingsrezept Ajo Blanco

7. Was machst du am liebsten, wenn du nicht gerade kochst oder bäckst?
Mit meinem Freund durch die Kölner Clubs ziehen: Wir lieben beide elektronische Musik, etwa von Âme oder Eelke Kleijn, und genießen es, wenn wir uns einfach mal eine Nacht lang vom Sound tragen lassen können. Ansonsten versuche ich gerade, mich für den Halbmarathon im September fit zu machen, und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, geht sie für gute Filme, gute Restaurants oder – noch viel wichtiger – gute Freunde drauf.

"Summer of Supper"-Version: Ajo Blanco mit geeisten Trauben
Kategorie & Tags

Anzeige

LECKER empfiehlt

Exklusives Koch-Event mit TV-Koch „Studi“
Gewinnspiel mit TV-Koch "Studi"

Einladung für ein exklusives Kochevent zu gewinnen!

Orangen-Joghurt-Creme mit Schokolade
Großer Elinas Rezeptwettbewerb

Ihr Lieblingsrezept mit cremigem Joghurt nach griechischer Art.

Feurig-knusprige Pizzabrotstangen mit Chili-Dip
Salate und Fingerfood

Tolle Ideen für ein spätsommerliches Picknick.

Dampfgaren mit AEG
Dampfgaren ist im Trend!

Alles über die schonende Garmethode.

Brombeer Scones
Brunch mit Freunden

Rezepte für Süßes und Herzhaftes sowie tolle Dekoideen.

NOA Gewinnspiel
Weber-Grill zu gewinnen!

Mit dem pflanzlichen Genießer-Quartett von NOA.

Maccaroni all'àmatriciana-Rezept
Das war die Prep&Cook Night

Tolle Rezepte und Impressionen der KRUPS Kochevents.

KitchenAid in Kristallblau

LECKER Magazin

LECKER bei WhatsApp

LECKER Scouts - jetzt anmelden und testen!
 
 

LECKER Community - Jetzt anmelden

 

LECKER Abo mit Prämie

Hier geht's zum Abo >>

Vielen Dank, dass dir unsere Rezepte und Artikel auf
www.LECKER.de gefallen.
Wir freuen uns auf deinen nächsten Besuch!
Copyright 2015 LECKER.de. All rights reserved