
Von Anziehen spricht man vor allem in der traditionellen Dessertküche, wenn man beispielsweise Milchreis oder Grieß quellen lässt. Das heißt, die Lebensmittel nehmen die im Topf vorhandene heiße Flüssigkeit auf und vergrößern dadurch ihr Volumen. Auch Pfannkuchenteig sollten Sie anziehen lassen, damit das Mehl sich vollständig auflösen kann und keine Klümpchen bildet. Das Tolle beim Anziehen ist, dass Sie selbst nicht aktiv werden müssen. Es genügt, den Speisen ausreichend Zeit zu geben (siehe auch ausquellen lassen).
Auch bei Cremes für Kuchen und Desserts verwendet man den Begriff anziehen. Und zwar dann, wenn sie mit Gelatine gebunden worden sind. Bevor man beispielsweise Sahne unter diese Creme hebt, lässt man sie anziehen - das heißt, sie beginnt schon etwas fester zu werden (siehe auch Gelieren).
Im süddeutschen Raum und der Schweiz bedeutet "anziehen lassen" übrigens oft soviel wie dünsten oder anbraten. Wenn etwa Gemüse zu bereits angebratenem Fleisch in die Pfanne gegeben wird, lässt der Koch es "mit anziehen".
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