Teezeremonie – Bräuche aus aller Welt

Teetrinken gehört in vielen Ländern zur Alltagskultur. Dabei unterschieden sich die Bräuche, wie das Heißgetränk zubereitet und genossen wird. Streben die Japaner bei ihrer Teezeremonie etwa nach innerer Einkehr, nutzen die Ostfriesen die Gelegenheit zum weltlichen Plausch.

Tee verbindet Menschen. Ob in Indien, Russland, Türkei oder Japan - der Gastgeber bietet seinen Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern stets eine Tasse Tee an. Die Tradition ähnelt dem in Deutschland beliebten Kaffeekranz. Um die Zubereitung und den Genuss des weltweit beliebten Getränks haben sich allerdings vielseitige Bräuche entwickelt.

Die älteste Teezeremonie stammt aus China. Sie ist mehr als 2.000 Jahre alt, verwendet wird vor allem grüner Tee. Die Abläufe sind eher einfach gehalten. Im Mittelpunkt steht der Genuss des Tees an sich. In anderen Kulturen ist das Ritual weitaus komplexer.

 

Japanische Teezeremonie – Teeweg zur inneren Einkehr


In Japan hat sich seit dem 15. Jahrhundert die komplexeste Teezeremonie herausgebildet, der sogenannte Teeweg, im Japanischen Chado. Er vereint die Kunst der Matcha-Zubereitung mit den Werten des Zen-Buddhismus wie Harmonie, Respekt, Reinheit und Ruhe. Jeder Handgriff besitzt eine symbolische Bedeutung und folgt einer festgelegten Reihenfolge.

 

Traditionell findet die Zeremonie in einem Teehaus in einem japanischen Garten statt. Sie dauert zwischen vier und sechs Stunden, in denen der Teemeister seinen Gästen mehrere Aufgüsse und leichte Speisen anbietet. Die Ausbildung zum Meister dauert zwölf Jahre. Erst danach könne ein Matcha-Tee korrekt zubereitet werden mit allen dafür notwendigen Utensilien, von Bambuslöffel bis eisernen Wasserkessel.

Je nach Schule variiert der Ablauf des Rituals. Am Anfang steht aber immer die Einladung des Gastgebers, woraufhin sich die Gäste im Garten einfinden. Diese spazieren über einen Pfad zum Teehaus, der den Weg zur Erleuchtung symbolisiert. Im Warteraum angekommen waschen sich zunächst Teemeister, anschließend die Eingeladenen mit frischem Wasser Hände und Mund. Damit soll der Alltagsstress abgelegt werden. Danach betreten alle das Teehaus und der eigentliche Teil beginnt. Gesprochen wird während dieser Zeit wenig, schon gar nicht über weltliche Themen. Die japanische Teezeremonie dient zur inneren Einkehr. Deshalb ist der Hauptraum auch spartanisch eingerichtet.

 

Teetied in Ostfriesland


Der Klönschnack, norddeutsch für Plaudereien, ist mit das Wichtigste bei der beliebten ostfriesischen Teetied. Hauptzeit ist um 15 Uhr.

 

Auf der Teetafel stehen die typischen blau-weißen Porzellantassen, ein Sahnekännchen, ein Kluntjepott mit Kluntjezange und das Stövchen mit dickbauchiger Kanne. Getrunken wird die sogenannte Ostfriesenmischung. Sie ist herb-aromatisch und besteht aus mehreren Schwarzteesorten. Zunächst wird das Kluntje, der Kandiszucker, in die Tasse gegeben, danach der Tee und die Sahne. Wichtig: Die sich bildenden Schichten werden nicht umgerührt. Mit dem beiliegenden Löffel signalisiert der Gast lediglich, ob er noch Durst hat oder nicht. Ist dieser gestillt, wird der Löffel in die Tasse gelegt.

Ostfriesland bildet in Deutschland eine Ausnahme, was das Teetrinken betrifft. Laut Statistiken ist der Verbrauch zehn Mal höher als in anderen Regionen. Der durchschnittliche Jahreskonsum pro Kopf liegt bei rund 3.000 Liter.

 

England zelebiert den Five O’Clock Tea


Auch die Engländer pflegen ihre Teezeremonien. Die wichtigste ist der Five O’Clock Tea. Er etablierte sich im 19. Jahrhundert unter Queen Victoria und diente den adligen Damen als kleine Mahlzeit, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Zum Tee wurden deshalb leichte Sandwiches, Shortbread und Pralinen auf Etageren und feinem Porzellan gereicht. Als der importierte Tee auch für geringer verdienende Schichten bezahlbar wurde, verbreitete sich der Brauch in der gesamten Bevölkerung und wird bis heute zelebriert. Er stellt eine Auszeit vom Tagesgeschäft dar, dient zur Entspannung und Geselligkeit.

 

An sich bevorzugen die Briten schwarzen, starken Tee, den sie nach Vorliebe mit Zucker, Zitrone oder Milch verfeinern. Dabei gilt die Regel: "Milk-in-first", die Milch zuerst, dann der Tee. Im Durchschnitt trinken die Inselbewohner 165 Millionen Tassen am Tag.

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