Tellerrand

Trickytine: "Appetit ist eine der besten Inspirationsquellen!"

Sarah Krecker
Christine Garcia Urbina ist Trickytine
Alles andere als kompliziert: Christine Garcia Urbina alias Trickytine steht für raffinierte Küche aus Stuttgart

Für den vollkommenen Genuss ist ihr keine Mühe zu groß. Christine Garcia Urbina tischt als Food-Bloggerin Trickytine raffinierte Gerichte auf, von bunten Buddha Bowls bis Tonkabrownies aus der Pfanne. Das klingt nach einem weiteren veganen Blog? Ganz und gar nicht! Die 40-jährige Stuttgarterin isst gerne Fleisch, wenn die Qualität stimmt.

Trickytine kommt aus einer Familie, die zu Hause schlachtet, genauer gesagt auf einem Bauernhof im Schwarzwald. Im März dieses Jahres war sie bei einer Hausschlachtung vor Ort, um dem "abstrakten" Steak auf dem Teller ein Gesicht zu geben. Ihre Erlebnisse sind in einem Bericht nachzulesen, der sich gegen die industrielle Fleischindustrie richtet. Er zeigt aus ihrer Sicht, wie es richtig geht: "Dieser Beitrag handelt davon, was es bedeutet, Fleisch und Wurst bewusst für den eigenen Bedarf zu produzieren und die Tiere dafür großzuziehen - mit gutem Futter, warmen UV-Licht, einem großen Stall und Auslaufbereich, wo sich die Tiere in der Sonne im Dreck suhlen und sauwohl fühlen dürfen."

Christine legt großen Wert auf frische und hochwertige Zutaten, nicht nur beim Fleisch. Das kommt bei den Lesern an, und zahlt sich aus. Schon ein Jahr nach der Gründung gewinnt sie beim Food-Blog-Award in Berlin die höchste Auszeichnung: "Food-Blog des Jahres 2015". Damit ist der Anfang einer vielversprechenden Laufbahn gemacht. 

Warum hast du dich für Trickytine als Blognamen entschieden? Bist du ein komplizierter Mensch?

Nein, kompliziert bin ich gar nicht. (lächelt) Das “tricky” habe ich von meiner Lieblingsband Run DMC und dessen Song "It’s tricky" . Wenn man das Wort übersetzen möchte, dann passen "trickreich" oder "raffiniert" am besten zu mir und meinem Blog.

Worauf legst du beim Kochen und Backen Wert?

In erster Linie muss mir das Ergebnis schmecken! Da bin ich futter-egoistisch. (lächelt) Zudem experimentiere ich gerne herum, koche und backe intuitiv mit frischen und hochwertigen Lebensmitteln.

Sektrührkuchen mit Himbeerkäsefüllung
Trickytines aktuelles Lieblingsrezept: Sektrührkuchen mit Himbeerkäsefüllung

Wenn du in deiner Küche arbeitest, bist du dann alleine oder in Gesellschaft?

An sich bin ich eher so der Typ “Adlerauge” - konzentriert, fokussiert und ergebnisorientiert. Besonders, wenn ich etwas für den Blog koche, wenn ein Gericht in der Endphase ist oder wenn ich anrichte. Da arbeite ich lieber alleine, in meinem Tempo.

Hast du einen Küchen-Soundtrack?

Oh ja, in der Küche läuft IMMER Musik! Am liebsten höre ich Soulklassiker aus den 80ern und 90ern. Wenn mein Lieblingssong "Ain’t nobody" läuft, schmeiße ich alle Rührlöffel von mir und tanze. Komme, was da wolle!

Woher nimmst du deine Inspiration für die Rezepte?

Appetit ist eine der besten Inspirationsquellen. Wenn ich die Vision von einem Gericht habe, muss ich es zwanghaft und sofort umsetzen. Das kann ein klassischer Nusskuchen sein, oder ein Salat mit gegrillten Nektarinen, ein Cocktail oder ein Schmorgericht. Natürlich inspiriert mich auch die Natur, ein Marktbesuch, Kindheitserinnerungen, der Austausch mit anderen Bloggern, Restaurantbesuche und Foodmagazine. Inspiration begegnet mir überall. Ich gehe mit offenem Blick und viel Neugier durch meine Umwelt.

Was ist dein aktuelles Lieblingsrezept?

Das ist dieser sehr leckere und super saftige Sektrührkuchen mit Himbeerkäsefüllung. Der sieht nicht nur hübsch aus, sondern schmeckt auch wirklich nach ein paar Stückchen noch besser.

Apfelburger von Trickytine
Trickytine erfüllt Leser wünsche: Der Apfelburger ist das erste Rezept aus der Rubrik #trickydishwish, bei der Leser Rezeptvorschläge einsenden können

Eine neue Rubrik auf deinem Blog lautet #trickydishwish. Was genau passiert da?

Die Idee zu #trickydishwish kam mir im Herbst 2015, direkt nach dem Aufwachen. (lächelt) Ich hatte eine große Menge an herrlichen Südtiroler Äpfeln zu Hause, und überlegte, was ich aus ihnen machen sollte. Weil mir der Austausch mit meinen Lesern sehr wichtig ist, dachte ich mir: Lass doch einfach sie entscheiden, indem sie sich ein leckeres Rezept mit Äpfeln wünschen dürfen. Mir gefällt es, die Leser interaktiv am Blog teilhaben zu lassen, und auf diese Weise über den Tellerrand zu blicken und herausgefordert zu werden.

Wie viele Rezepte hast du seither in der Rubrik umgesetzt?

Bisher sind zwei Gerichte entstanden. Das erste war ein Apfelburger. Die Herausforderung bestand darin, dem Apfel eine herausragende Rolle in dem Burger zu geben. Und so kam mir die Idee, ihn mit guter Butter und frischem Thymian zu braten und mit Blutwurstchips als eine Art kölsche “Himmel un Ääd”-Version umzusetzen. Vor kurzem habe ich auf zweifachen Wunsch eine Spargel Crème brûlée gemacht, die ich mit einem Tomatensorbet kombiniert habe - sehr ungewöhnlich und absolut köstlich!

Das klingt ziemlich ausgefallen. Gibt es noch mehr verrückte Ideen von deinen Lesern?

Den Wunsch nach Spargeleis fand ich ziemlich abgefahren, oder Spargel-Tonka-Pancakes. Aber auch das Apfel-Lauch-Speck-Ofenrisotto fand ich eine tolle Idee.

Welche neuen Projekte stehen in naher Zukunft an?

Neuerdings arbeite ich nur noch in Teilzeit. Das ist eine spannende Sache, denn so kann ich den Fokus verstärkt auf meinen Blog und neue Projekte legen. Doch mehr dazu in Kürze.

Spargel Crème Brûlée mit Tomatensorbet
Alles andere als 08/15: Trickytine kombiniert Spargel mit Crème brûlée und reicht dazu Tomatensorbet

Und was machst du gerne, wenn du nicht gerade in der Küche stehst oder bloggst?

Da reise ich gerne, bin mit meinem Mann unterwegs, in der Natur, im Kino, auf Entdeckungsspaziergängen in meiner Stadt, treffe meine Freunde. Und Essen und schlafen, das kann ich auch wahnsinnig gut und so gerne!

 
 
 
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