Was ist der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre?

Kirschkonfitüre auf Broten
Ist das Konfitüre oder Marmelade auf dem Brot? Das ist schon an der Farbe erkennbar

Alles, was süß, fruchtig und auf Brote gehört, ist Marmelade. Wird zwar so gesagt, ist aber leider falsch. Nur die Wenigsten haben auch wirklich Marmelade auf ihrem Marmeladenbrot.

Denn nicht alles, was aus Früchten eingekocht wird, ist automatisch eine Marmelade. Im Supermarktregal stehen auch noch Gelees, Konfitüren oder Fruchtaufstriche. Die unterscheiden sich mal mehr, mal weniger voneinander. Wann welcher Brotaufstrich wie genannt werden muss, ist sogar genauestens von der EU vorgegeben! Seit 2003 greift die Konfitüren-Verordnung, die das alles für die Hersteller und den Handel festlegt.

 

Marmelade

Das Wort Marmelade stammt vom portugiesischen Wort "marmelo" (Quitte). Laut EU-Definition besteht Marmelade ausschließlich aus Zitrusfrüchten. Bestes Beispiel: die Orangenmarmelade. Der Aufstrich besteht entweder aus mindestens 7,5 Prozent Fruchtfleisch oder der Fruchtschale. In der Herstellung muss 1 Kilo des Brotaufstrichs mindestens 200 Gramm Früchte enthalten, so lautet die EU-Vorschrift.

Limettenmarmelade im Glas
Neben Orangen oder Zitronen sind auch Limetten in Marmeladen richtig lecker
 

Konfitüre

Der Name Konfitüre wird vom lateinischen Wort für Konfekt, "conficerem", abgeleitet. Konfitüre wird aus Fruchtmarkt, Pulpe oder Fruchtsaft gemacht. Fruchtmarkt und Pulpe sind nichts anderes, als zerkleinertes Obst. Sie unterscheiden sich nur durch ihre Konsistenz: In Pulpe sind noch kleine Fruchtstücke zu finden, da hier nur grob zerhackt wird. Fruchtmark wird hingegen passiert. Fasern, Samen oder Stückchen dürfen nicht mehr zu finden sein.

Dazu kommen noch mindestens 55 Prozent Zucker und das Gelier- und Verdickungsmittel Pektin. Hier dürfen alle möglichen Obstsorten wie Erd-, Heidel- oder Johannisbeeren, Passionsfrucht oder Hagebutten verwendet werden. Je nachdem, welche Frucht bei der Herstellung verwendet wird, verändert sich der Fruchtgehalt auf ein Kilo Aufstrich. Allgemein sind es aber 350 Gramm Fruchtanteil auf 1 Kilo des Aufstrichs.

Erdbeerkonfitüre im Glas
Der Klassiker: Erdbeerkonfitüre. Schmeckt natürlich selbst gemacht noch besser
 

Konfitüre extra

Ja, das gibt es tatsächlich auch noch. Um alles noch ein bisschen verwirrender zu machen, wird noch mal zwischen Konfitüre und Konfitüre extra unterschieden. Der Aufstrich hat einen höheren Fruchtgehalt als die "normale" Konfitüre. 1 Kilo Konfitüre extra enthält 450 Gramm Fruchtanteil. Aus Melonen, Trauben, Äpfeln und Birnen darf grundsätzlich keine Konfitüre extra hergestellt werden. Zum Glück wurde das noch mal geregelt.

Himbeerkonfitüre im Glas
In Konfitüre extra steckt mehr Fruchtanteil, aber dadurch ist der Zuckergehalt höher
 

Gelee

Das lateinische "gelare" heißt "zum Erstarren bringen". Gelee wird niemals aus ganzen Früchten hergestellt, sondern aus Fruchtsaft. Der muss einen Obstanteil von mindestens 35 Prozent haben. Natürlich kommt noch Zucker dazu. Das Ganze wird dann mit Hilfe von Pektin zu einer gallertartigen Masse verdickt. Das sieht dann ein bisschen so aus wie Wackelpudding.

Gelee mit Zitronenscheiben
Verfeinern Sie Ihr Gelee doch mit Zitrone oder Minze - das schmeckt richtig sommerlich
 

Fruchtaufstrich oder Fruchtmus

Der Fruchtanteil ist beim Fruchtaufstrich oft höher als bei Konfitüre oder Marmelade. Das geht, da er der einzige ist, der aus der Konfitüren-Verordnung rausfällt. Der süße Grund: Statt Zucker oder Honig kommen andere Süßungsmittel wie Agavendicksaft in den Aufstrich. Das ist auch der Grund, warum der Fruchtaufstrich nicht Konfitüre heißen darf. Auch bei den Verdickungsmittel kann auf Alternativen zurückgegriffen werden. Johannisbrotkernmehl wird zum Beispiel gerne statt Pektin genutzt.

Feigenfruchtaufstrich im Glas
Nicht nur viel gute Frucht: Walnüsse sind in diesem Fruchtaufstrich als Garnierung dabei

Jetzt ist ja alles klar! Falsch. Natürlich gibt es noch die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Auf Bauern- oder Wochenmärkten dürfen alle der oben genannten Aufstriche unter dem Namen "Marmelade" verkauft werden.

Da soll noch einer durchblicken! Umgehen Sie das Namens-Chaos doch einfach, indem Sie Ihren eigenen Brotaufstrich einkochen! Dann können Sie den auch nennen wie Sie wollen.

Text: Jannah Fischer

 

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