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Portugal: Im Norden herrschen optimale Weinbaubedingungen


Die berühmtesten Weine Portugals sind der Madeira und der Porto
Portugal: Im Norden herrschen optimale Weinbaubedingungen - portugal Foto: Regiao de Turismo do Alto Minho

Schieferböden, genügend Niederschlag und lange, sonnige Sommer sind ideale Voraussetzungen für hervorragenden Wein. Dieser entsteht im nördlichen Teil Portugals sowie auf der rund 1000 km entfernt liegenden Insel Madeira.

Von hier kommt ein Wein, der seine Eigenart der Seefahrt verdankt. Denn Madeira war in früheren Zeiten eine wichtige Station auf den Schiffexpeditionen im Atlantik, hier kauften die Besatzungen ihren Vorrat Wein für ihre langen Fahrten. Damit er unterwegs nicht verdirbt, wurde er schon im 16. Jahrhundert "gespritet", also mit hochprozentigem Branntwein versetzt und damit haltbar gemacht. Später stellte man dann fest, dass der Wein nach besonders langen Reisen besonders gut schmeckte - vor allem, wenn die Route in tropischen Regionen lag. Offensichtlich tat dem Wein die Hitze gut. Dies machte man sich dan planvoll zunutze: Madeira wird mehrfach gespritet und dann der sommerlichen Hitze ausgesetzt oder aber künstlich über mehrere Monate erhitzt. Der Restzucker karamelisert dann teilweise, was dem Wein seinen typischen Madeira-Touch verleiht.

Der zweite große Wein Portugals ist der "Portwein". Er entsteht in der Region "Douro" im Hinterland von Porto und ist ebenfalls ein gespriteter Wein, der bis zu 22% Alkohol und trotzdem noch bis zu 60g Restzucker enthalten kann. Die besten Portweine werden nach spätestens drei Jahren abgefüllt und als "Vintage Port" verkauft. Diese Jahrgangsportweine sind aber erst nach 20 bis 30 Jahren auf ihrem Höhepunkt - wer davon Flaschen im Keller hat, muss sich also lange zurückhalten können. Ein anderer Portwein-Typ heißt "Colheita": auch dies sind Jahrgangsweine, die jedoch oft mehr als 10 Jahre im Holzfass reifen und daher unmittelbar nach der Abfüllung trinkbar sind. Die portugiesischen Weinerzeiger produzieren aber auch "normale" Weine, zum Beispiel den "Vinho verde". Dieser säurebetonte Weißwein ist das genaue Gegenteil von Madeira und Portwein: solch ein "grüner Wein" hat oft nur 10% Alkohol und ist am besten, wenn er innerhalb eines Jahres getrunken wird.

Daneben enstehen in Portugal vielfältige Weiß- und Rotweine, die auf einer unüberschaubaren Rebsortenvielfalt basieren. Nahezu jedes Weingut hat seine eigene Sortenmischung, die in den Weinbergen als "gemischter Satz" stehen und häufig wunderbare Alltagsweine ergeben.


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