Binden - so werden Suppen und Soßen sämig

Ein sämiger Eintopf, eine cremige Suppe oder eine sahnige Soße: Das Andicken von Flüssigkeit beim Kochen nennt man binden, legieren, abziehen, montieren oder abbinden. Dabei führen drei Wege zum Ziel, bei denen Wasser gebunden wird oder Fett und Wasser emulgieren.

 

1. Binden mit Stärke oder Sago

Suppen kannst du mit Mais-, Kartoffel- oder Weizenstärke binden. Damit es keine Klümpchen gibt, gibst du mit kaltem Wasser angerührte Stärke in die warme Flüssigkeit und lässt das Ganze kurz aufkochen. Stärke quillt ab 80 bis 90 Grad Celsius, Mehl bindet ab 90 bis 100 Grad. Für süße Suppen, Grützen, Kaltschalen oder Pudding eignet sich Sago hervorragend. Das geschmacksneutrale Granulat aus der Sagopalme muss, anders als Gelatine, nicht erst erhitzt werden, um Flüssigkeit zu binden.

 

2. Mit Butter binden

Soßen lassen sich auf dieselbe Weise andicken. Etwas gehaltvoller wird es, wenn du sechs Teile Mehl und fünf Teile Fett zu einer Roux - auch Mehlschwitze genannt - anschwitzt. Faustregel gegen Klümpchen: Möchtest du noch heiße Mehlschwitze verwenden, gebe kalte Flüssigkeit hinzu, möchtest du eine heiße Soße binden, rühre die erkaltete Mehlschwitze in Topf oder Pfanne.

Bei bereits stark reduzierten Saucen wird kalte Butter mit dem Schneebesen eingeschlagen (montieren). Eine andere Möglichkeit zum Abbinden ist die Verwendung von Mehlbutter, der sogenannten Beurre manié. Dazu werden Butter und Mehl zu gleichen Teilen vermischt und für mindestens 24 Stunden kalt gestellt. Anders als eine Mehlschwitze verliert die Beurre manié ihren mehligen Geschmack erst nach 20-minütiger Erhitzung.

3. Binden mit Eigelb

Eine Mischung aus Eigelb und Sahne bindet hier das Hühnerfrikassee.

Eigelb und kaltes Wasser - wer es etwas cremiger mag, verwendet kalte Sahne - bilden in Sachen Bindung eine besondere fragile "Liaison". Beim Legieren verrührst du Ei und Wasser, nimmst dann die Suppe oder Soße vom Herd und rühst die Mischung mit dem Schneebesen in die warme Flüssigkeit. Im Gegensatz zu purer Sahne oder Schmand, die sich ebenfalls gut zum Binden eignen, darf dieses Gemisch auf keinen Fall mehr kochen. Bei Temperaturen über 83 Grad Celsius gerinnt das im Eigelb enthaltene Eiweiß und flockt unschön aus.

Keine Angst vor Klümpchen

Wenn du unsere Tipps und Tricks befolgst, kann beim Binden deiner Flüssigkeit eigentlich nichts mehr schief gehen. Deine Suppe oder Soße enthält trotzdem unschöne Klümpchen? Kein Grund zur Panik! Enthält die Flüssigkeit keine groben Bestandteile, kannst du sie einfach durch ein Sieb gießen und die Klumpen so entfernen. 

 

Obst und Gemüse als leichte Alternative

Eine leichte Alternative zu Butter, Sahne und Mehl bieten püriertes Obst und Gemüse. Dafür eignen sich stärkehaltige Sorten wie (Süß-)Kartoffeln, Kochbananen oder Äpfel, deren Mus Currygerichte, Eintöpfe oder Kompott nicht nur bindet, sondern um eine ganz besondere Geschmacksnote ergänzt.

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