Gastronomen jubeln

Mehrwertsteuersenkung: Warum Restaurantbesuche trotzdem nicht günstiger sind

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants ist mit dem Start des neuen Jahres von 19 auf 7 Prozent gesunken. Der Besuch in vielen Lokalen wird dadurch allerdings nicht günstiger. Wir erklären warum.

Zwei Frauen sitzen in einem Cafe an einem Holztisch. Eine Kellnerin steht bei ihnen und kassiert das Essen ab.
Du gehst gerne essen und freust dich auf sinkende Preise? Dann wirst du in vielen Restaurants leider enttäuscht. Foto: iStock/Drs Producoes
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Im Januar stehen oft zwei Dinge ganz weit oben auf der Liste der guten Vorsätze: Gesündere Ernährung und Geld sparen. Letzteres sollte doch so schwer nicht sein, gerade auch mit Blick darauf, dass die Mehrwertsteuer für das Essen im Restaurant seit 1. Januar von 19 auf 7 Prozent gesunken ist. Oder?

Steuersatz sinkt aber Preise ziehen nicht nach

Die Mehrwertsteuer für Speisen ist von 19 auf 7 Prozent gesunken. Allerdings ist davon Berichten zufolge für die Verbraucher und Verbraucherinnen nicht viel zu merken. Denn die Gastronomie gibt die Steuererleichterung oft nicht an ihre Kundschaft weiter, wie das Handelsblatt berichtet.

Ohnehin gibt es dafür keine Verpflichtung. Die Gastonom*innen können frei entscheiden, wie sie das eingesparte Steuergeld nutzen. Denn die Steuerentlastung soll die Branche insgesamt stärken.

Was beim Restaurantbesuch ärgerlich ist, kommt gerade kleinen Betrieben zugute. Denn sie haben viele Löcher zu stopfen. Immerhin steckt die Branche seit Jahren in der Krise.

Viele Läden werden das zusätzliche Geld also vermutlich nutzen, um zu investieren, wie eine Gastronomin gegenüber dem WDR erklärt. Dazu gehörten beispielsweise neue Küchengeräte und höhere Löhne, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Das ist auch wegen des Mindestlohns relevant, der von 12,82 Euro auf 13,90 Euro gestiegen ist.

Ein Steuergeschenk für Großkonzerne?

So sehr die Steuersenkung kleinen Betrieben helfen mag, aufregen dürfen wir uns dennoch ein wenig. Denn auch die großen Ketten haben ihre Preise nicht flächendeckend gesenkt.

Foodwatch kritisiert, dass die Mehrwertsteuererleichterung ein Millionen-Geschenk für McDonalds und Co. ist. Allein McDonalds dürfte 140 Millionen Euro im Jahr sparen, sagt die Verbraucherschutzorganisation.

Steuererleichterung nicht nur für Restaurants

Von der geringeren Mehrwertsteuer profitieren nicht nur Gaststätten, Restaurants und Cafés, sondern auch Catering-Betriebe, Bäckereien, Metzgereien, Kita-, Schul- und Krankenhausverpflegung.

Auch der Lebensmitteleinzelhandel kann den geringeren Steuersatz geltend machen, wenn hier fertige Speisen verkauft werden. Übrigens: Die Mehrwertsteuersenkung gilt nur für das Essen, nicht für Getränke. Diese werden weiterhin mit 19 Prozent besteuert.

Immer noch am günstigsten: Zuhause kochen

Möchtest du in diesem Jahr wirklich sparen, lohnt es sich, einfach zuhause zu bleiben und selbst zu kochen. Dann weißt du auch genau was in deinem Essen drinsteckt.

So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Es kommt gesundes Essen auf den Tisch und du sparst bares Geld.