Lecker essen & sparen – so hältst du deine guten Vorsätze
Günstiger, aber genauso gut essen – geht das? Unsere Redakteurin nimmt die Herausforderung an und hat sieben Tipps für ein neues Ich parat.
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Lebensmittel sind so teuer geworden, dass Kochen kaum noch Spaß macht. Beim Blick auf die Preisschilder kommen mir die Tränen. Aber Jammern hilft nicht. Deshalb habe ich es mir für dieses Jahr zum Vorsatz gemacht, beim Essen am Preis, aber nicht am Genuss zu sparen.
Die Marktsituation kann ich nicht verändern, meine persönliche Einstellung jedoch schon. Das betrifft nicht nur die Kaufentscheidungen im Supermarkt, sondern fängt schon bei der Planung des Einkaufs an und reicht bis zur Zubereitung des Essens.
Wenn mich also demnächst jemand fragt, kann ich mit diesen sieben Antworten meine Vorsätze beweisen.
1. „Ich hab mein Mittagessen schon dabei.“
Die Kolleg:innen wollen in der Mittagspause wieder zum Bäcker oder in die Kantine losziehen? Ohne mich. Ich werde mein Essen ab jetzt (häufiger) vorkochen und ins Büro mitbringen. Gemeinsam essen kann man ja trotzdem noch in der Küche.
Für diesen Spar-Trick brauche ich nur etwas Selbstdisziplin. Zum Meal Preppen nutze ich den Feierabend oder die Pause an einem Homeoffice-Tag. Da bereite ich das Mittagessen fürs Büro am nächsten Tag vor und muss nicht teuer auswärts essen. Plus: Ich weiß, was drin ist. Bei meiner Laktoseintoleranz kann ich mir so die Laktase kneifen.
Du kannst auch gleich einen ganzen Wochenplan aufsetzen. Entweder nur für dich oder für mehrere Personen in deinem Haushalt. Die Resteküche hat den Vorteil, dass keine Lebensmittel verschwendet werden und du nur einmal in der Küche stehst. Ist aber auch ein höherer organisatorischer Aufwand.
2. „Kohl hat Saison, es gibt Kohl!“
Ich hab mir fürs neue Jahr einen Saisonkalender gekauft und an meine Küchenwand geheftet. So sehe ich direkt, welches Obst und Gemüse hierzulande gerade Erntezeit hat – und damit aktuell günstiger ist.
Zugegeben, im Winter ist das Angebot etwas mau. Da gibt’s hauptsächlich Kohl. Für Abwechslung sorgen die verschiedenen Sorten und Konsistenzen. Dann gibt’s heute Wirsing-Lasagne, morgen Grünkohlchips und übermorgen Rosenkohl-Tarte. Langweilig? Iwo!
Je weniger Zutaten dein saisonales Rezept hat, umso mehr kannst du sparen. Achte auf viele sättigende Kohlenhydrate oder Proteine. Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sind besonders erschwinglich. Teurer, aber die besseren Sattmacher sind hochwertige Produkte aus Vollkorn oder Hülsenfrüchten.
3. „In der App ist das Angebot noch besser.“
Wo ich einkaufe, lasse ich ab jetzt von der jeweiligen Supermarkt-App entscheiden. Alle Ketten haben eine eigene und jede Woche Lebensmittel im Sonderangebot. Dabei sind die Preise oft sogar günstiger als im Prospekt, wenn ich die App an der Kasse scanne.
Meine Mutter ist der größte Sparfuchs unter der Sonne. Von ihr habe ich gelernt, nicht alle Lebensmittel in einem Markt einzukaufen, sondern mehrere Stopps zu machen. Je nach Angebot. Reispapier, Sojasoße und andere Spezialzutaten kaufe ich im Asiamarkt. Gemüse um die Ecke beim Discounter und Markenrabatte im Supermarkt daneben.
Das bedeutet ein bisschen mehr Hin- und Hergelaufe. Aber zum Feierabend drehe ich draußen eh gerne noch mal eine Runde und klapper dann die einzelnen Geschäfte ab. Voraussetzung ist, dass alle Läden fußläufig oder mit dem Rad erreichbar sind. Für eine Spritztour mit dem Auto wäre der teure Sprit vergeudet.
4. „Nee, ich brauch keinen Einkaufswagen.“
Ich bin glühende Jutebeutel-Vertreterin. Zum Geburtstag hat meine Schwester mir dann eine Nylontasche geschenkt, die ich klitzeklein zusammenfalten kann. Sie ist reißfest, regensicher (wichtig in Hamburg!) und knallbunt. So finde ich sie sofort, selbst in meinem schwarzen Rucksack.
Aus Jute oder Nylon – das Beste an einem Einkaufsbeutel ist, dass er nur begrenzten Platz hat. Wenn ich also einkaufen gehe und mein Beutel ist voll, ist der Einkauf fertig. Ich kaufe damit automatisch weniger ein, als wenn ich mit dem riesigen Einkaufswagen durch den Laden rolle.
Damit ich nichts vergesse, muss immer ein Einkaufszettel mit. Ich empfehle einen Magnetblock mit Stift. Der hängt bei mir am Kühlschrank, sodass ich direkt prüfen kann, was fehlt und wovon noch auf Lager ist. Das vermeidet unnötige Doppeleinkäufe und Lebensmittelverschwendung.
5. „Schneid da nicht die Hälfte ab!“
Bei Lebensmitteln, die man mit Schale essen kann, spare ich nicht an der Qualität und setze auf das Bio-Siegel. Das gilt etwa für Möhren, Gurken, Zucchini, Rote Bete, Hokkaido-Kürbis oder Frühkartoffeln. Da reicht es, sie vor dem Essen gut abzuwaschen.
Wenn du aufs Schälen verzichtest, sparst du Zeit und Geld. Du komprimierst das Essen nämlich mit jedem Schnitt und wirfst dann die Hälfte in den Müll. Besonders schlimm ist das, wenn du ein Messer zum Schälen benutzt. Mit dem Sparschäler ist der Schwund schon deutlich geringer.
Unter der Schale von Obst und Gemüse sitzen oft die meisten Vitamine und gesunden Nährstoffe. Du kochst also nicht nur nachhaltiger, sondern isst auch noch besser, wenn die Schale dran bleibt.
6. „Ich hab da mal was vorbereitet.“
Dass Convenience Food, also verzehrfertig vorgeschnittene Lebensmittel, aus dem Supermarkt geradezu pervers teuer sind, ist nichts Neues. Trotzdem war ich baff, wie viel selbst gehackte Kräuter oder Zwiebelwürfel aus der Tiefkühlabteilung kosten.
Solche Basics bereite ich jetzt immer selbst zu und packe sie portioniert in mein Gefrierfach. Generell ist es sinnvoll, sich zu Hause einen Vorrat von Lebensmitteln anzulegen. Durch Einkochen oder Fermentieren lassen sich Obst und Gemüse über die Saison hinaus haltbar machen, sodass der Sommer bis in den Winter reicht.
Letztes Jahr habe ich das Vakuumieren für mich entdeckt. Das Herauspumpen der Luft ist eine geniale Methode, um frische oder trockene Lebensmittel zu konservieren. Länger haltbare Produkte kannst du auch in Spar-Packs auf Reserve kaufen. Füll sie aber am besten luftdicht um und notier das Datum, bevor du sie in die Speisekammer stellst.
7. „Das geht doch auch im Airfryer.“
Ich habe mir jetzt endlich eine Heißluftfritteuse gekauft. Nicht nur, weil mein Kollege Max in seinem so leckere Sachen wie Churros oder Langos macht. Sondern weil ich allein wohne und mir der Ofen zu viel Strom frisst.
Der Airfryer ersetzt bei mir im Alltag Backofen und Mikrowelle. Da ich meist nur 1–2 Brötchen aufbacken oder eine Mini-Portion Ofenlachs zubereiten will, brauche ich die riesen Stromschleudern nicht. In der Heißluftfritteuse geht das Ganze außerdem schneller, weil die Hitze auf engeren Raum fokussiert ist.
Weniger Energie verbrauchen und damit beim Kochen sparen, klappt aber auch mit anderen Küchenhelfern. Der Wasserkocher erhitzt mein Nudelwasser beispielsweise effizienter als der Kochtopf. Wenn ich den benutze, darf der Deckel nicht fehlen. So komme ich meinen guten Vorsätzen schon viel näher.












