Viel Geld, wenig Inhalt: Kaffeepackungen auf dem Prüfstand
Eine Stichprobe hat ergeben: In 95 % der überprüften Verpackungen sind weniger Kaffeebohnen als angegeben! Trotzdem steigen die Kaffeepreise. Was Verbraucher tun können.
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Auf der Verpackung steht 1 Kilogramm – doch stimmt das wirklich? Das hat die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt überprüft. Insgesamt wurden 736 Lebensmittel aus sieben Warengruppen untersucht. Kaffeebohnen schnitten am schlechtesten ab.
So wenig Kaffeebohnen stecken in der Tüte
Zahlen wir für unseren Kaffee mehr, als wir eigentlich müssten? In vielen Fällen scheint das so zu sein. „Von 46 geprüften Ein-Kilogramm-Packungen wiesen 44 Packungen eine Unterfüllung auf – das sind über 95 Prozent“, erklärt der Lebensmittelexperte Alexander Heinrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.
Unterfüllung ist übrigens erlaubt. Bis zu 15 Gramm weniger als angegeben dürfen in der Verpackung sein. Aber nur unter einer Bedingung, wie der Experte erklärt: „Das sogenannte Mittelwertprinzip erlaubt Unterfüllungen nur dann, wenn diese durch überfüllte Packungen derselben Charge ausgeglichen werden. Im Test waren jedoch lediglich zwei Packungen überfüllt.“
Neben Kaffeebohnen wurden vor allem auch bei Kartoffeln und Mehl die Angaben zur Füllmenge auf der Verpackung unterschritten. Bei frischen Heidelbeeren, ganzen Mandeln und Frischkäse wurde sie hingegen konsequent eingehalten.
Unterfüllung: Was können Verbraucher tun?
Damit Käufer:innen nicht getäuscht werden, fordern die Verbraucherzentralen eine Deklaration nach dem Mindestmengenprinzip. Das bedeutet, dass in jeder Packung mindestens die Menge enthalten sein, die draufsteht.
Wie der Verein erklärt, sollte es den Herstellern von Fertigpackungen „dank hochentwickelter Technik und ausgefeilten Abfüllanlagen heute durchaus möglich sein, ihre Produkte mit geringen Schwankungsbreiten abzufüllen.“
Bis dahin müssen Kund:innen hinnehmen, dass in den Verpackungen oft weniger steckt, als draufsteht. Vor allem bei steigenden Kaffeepreisen aufgrund schlechter Ernten ist das jedoch mehr als ärgerlich.
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