Produkttest des SM 3587

Severin Spuma 700 Plus im Test: Der große Milchaufschäumer

Er ist das Schweizer Taschenmesser unter den Milchaufschäumern: Der Severin Spuma 700 Plus SM 3587 hat mich im Redaktionstest mit seinen vielen Funktionen beinahe überfordert – mit reichlich cremigem Milchschaum aber auch begeistert.

Der Severin Spuma 700 Plus SM 3587 neben einem Latte Macchiato und einem Glas heiße Schokolade.
Der Severin Spuma 700 Plus versorgt mehrere Personen auf einmal mit heißer Schokolade oder Milchschaumspezialitäten. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte
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Am Tisch hat sich die Familie versammelt und alle wollen nur eins zum Frühstück: Heißgetränke! Zwei Latte Macchiatos, drei Cappuccinos, eine heiße Schokolade – möglichst schnell, bitte. Doch es gibt eine Lösung.

Um mehrere Gläser in einem Rutsch zu servieren, brauchst du einen Induktions-Milchaufschäumer mit extra großer Kanne wie den Severin Spuma 700 Plus SM 3587. Der liefert nicht nur Masse, sondern sorgt auch für Abwechslung: dank zahlreicher Spezialfunktionen und einstellbarer Temperaturen erfüllst du selbst sehr spezielle Wünsche deiner Gäste.

Severin hat eine ganze Reihe von Milchaufschäumern im Angebot, unter denen der Spuma 700 Plus das Luxusmodell ist: Er zählt zum obersten Preissegment in diesem Produktbereich, bietet dafür aber auch 8 automatische Milchschaumfunktionen für Kuh- und Pflanzenmilch, sowie 5 Spezialprogramme (u.a. für heiße Schokolade aus ganzen Stücken, Glühwein, Babynahrung). Dank Induktionstechnik brennt hier nichts an.

Den 13-in-1-Milchaufschäumer vermarktet Severin entsprechend als "das Multitalent". Wenn du also nach einem Gerät suchst, das viele verschiedene (Heiß-)Getränke zubereiten kann – in größeren Mengen – und das deshalb auch etwas mehr Platz in Anspruch nehmen darf, dann könnte der Spuma 700 Plus dein neuer liebster Küchenhelfer sein.

In unseren Testrichtlinien erfährst du übrigens, nach welchen Kriterien wir Produkte für unsere Redaktionstests auswählen und wie wir sie bewerten.

Schönes Design für geräumige Küchen

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Severin bisher mehr mit Funktionalität als mit Design in Verbindung gebracht habe, beim Spuma 700 Plus geht aber beides Hand in Hand. Kleine Milchaufschäumer wie der ebenfalls von mir getestete Nespresso Aeroccino4 haben es natürlich deutlich leichter, schick auszusehen, als der vergleichsweise riesige SM 3587 – doch er gefällt er mir optisch gut, ist schlicht und modern.

Der Milchaufschäumer Spuma 700 Plus von Severin, auf einem Ceranfeld stehend
Der Severin Spuma 700 Plus nimmt ungefähr den Platz einer kleinen Herdplatte ein. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Die Schaummaschine besteht aus einer Basis, in der die gesamte Technik sitzt, und einer abnehmbaren Edelstahlkanne mit Griff, Ausguss und Deckel.

Blick auf die Verbindungsstelle von Kanne und Sockel des Spuma 700 Plus
Blick auf die Verbindungsstelle von Kanne und Sockel. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Mit einer Kabellänge von 75 cm und einem Gewicht von etwa einem Kilo ist die Basis des Spuma nicht sehr mobil. Dafür kannst du den angenehm leichten Milchbehälter auf dem Sockel um 360 Grad drehen. Der Griff der Kanne ist auch für größere Hände lang genug und liegt angenehm in der Hand. Gummifüße sorgen außerdem für Grip, wobei der Sockel noch ein wenig massiver sein könnte, um nicht zu kippeln.

Technische Details

Marke

Severin

Technik

Induktion, magnetischer Quirl

Funktionen

13 Programme

Füllmenge

max. 350 ml für Milchschaum

(max. 700 ml insgesamt)

Gewicht

ca. 1,5 kg (Kanne allein: ca. 350 g)

Maße (HxBxT)

25 cm x 19,5 cm x 15,5 cm

Farbe

Edelstahl (gebürstet) / schwarz-matt

Spülmaschinengeeignet

ja (ohne Basis)

Besonderheiten

Temperaturen einstellbar, Drehregler mit OLED-Display, LED-Leuchtring, Signalton, 3 Rühreinsätze

Alle Programme des Severin-Milchaufschäumers

Die 13 Funktionen des SM 3587 im Überblick:

  • 8 Milchschaum-Programme: heiß und cremig, Cappuccino (heiß und cremig – für Latte Art), heiß und

    maximal fest/voluminös (Boost-Funktion), kalt und cremig, laktosefrei, Cashew, Soja, Latte Macchiato (heiß und fest)

  • 5 Spezialprogramme: h

    eiße Milch, Kakao/

    heiße Schokolade,

    Protein-Shake,

    Glühwein,

    Säuglingsmilchnahrung

Mir würde die Hälfte reichen

Die Fülle an Funktionen, durch die der Spuma 700 Plus unter anderen Milchaufschäumern deutlich hervorsticht, ist bemerkenswert. Wenn du Kinder hast, gern Fitness-Shakes oder pflanzliche Milch trinkst, kann sich der Allrounder für dich lohnen. Vor allem wenn du alles mit nur einem einzigen Gerät zubereiten können möchtest.

Für mich persönlich sind viele dieser Funktionen eher ein nice to have. Im alltäglichen Gebrauch würden bei mir nur die Programme für Latte Macchiato und Cappuccino, bzw. für heißen und cremigen Milchschaum, laufen – ergänzend gern auch das für heiße Schokolade.

Jedes Gerät kann laktosefreie Milch schäumen

Eins der 13 Programme hätte sich Severin tatsächlich ganz sparen können: das für laktosefreie Milch. Damit gehen andere elektrische Milchaufschäumer im herkömmlichen Durchgang genauso gut um. Die Zusammensetzung der Milch ist nämlich nur minimal anders als bei jener mit Laktose (also dem natürlichen Milchzucker). Der Schäumprozess wird demnach kaum beeinflusst, weil er in erster Linie vom Eiweiß- und Fettgehalt abhängt.

Wie funktioniert der Spuma 700 Plus SM 3587?

Je Programm, das du über den Drehregler am Sockel einstellst, gibt es einen passenden Kunststoff-Rühreinsatz (bzw. eine Kombination aus zwei Teilen). Diesen musst du über die Erhebung genau in der Mitte des Milchbehälters zu Boden gleiten lassen. Magnetismus sorgt dafür, dass er dann an der richtigen Stelle sitzt. Du musst nichts feststellen.

Welcher Rühreinsatz für was?

  • glatt: für heiße Milch, Glühwein (fürs reine Erhitzen)

  • gerippt: für kalten und heißen Milchschaum (fürs Aufschäumen)

  • gerippt plus Abdeckung: für heiße Schokolade/Kakao, Protein-Shake, Säuglingsnahrung (zum kalten Rühren bzw. zum Erhitzen)

Die drei Rühreinsätze des Severin Spuma 700 Plus
Die drei Rühreinsätze des Severin Spuma 700 Plus: glatt, gerippt sowie der Schutzaufsatz. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Der gerippte Quirl schlägt beim Drehen vergleichsweise lautstark Luft in die Milch und es entsteht Schaum, während Induktionstechnik in der Basis des Gerätes die benötigte Wärme erzeugt. Um verschiedene Schaumkonsistenzen für diverse Kaffeespezialitäten zu erzeugen, unterscheiden sich die diversen auswählbaren Programme wie folgt: in ihrer Laufzeit, der Rotationsgeschwindigkeit des Quirls sowie der Milchtemperatur.

Setzt du die mitgelieferte kleine Plastikabdeckung auf den gerippten Quirl, umschließt sie diesen von oben wie ein Schutzschild – festere Bestandteile wie Pulver oder Schokolade, die du beim Rühren hinzufügst, gelangen so nicht in den Quirl und können diesen nicht verstopfen.

Der glatte Rühreinsatz bewegt die Flüssigkeit lediglich, damit die warme Milch leichter nach oben steigt.

Wie viel Milch kann der Spuma 700 Plus aufschäumen?

Mindestens 120 Milliliter Milch sollen es sein, damit der Stutzen im Kannenboden (MIN-Markierung) bedeckt ist. Mit einer geringeren Menge klappt es auch, dann wird der Schaum besonders dicht durchgeschäumt – allerdings könnte es dann zu einer Überhitzung kommen. Also Vorsicht!

Für kleine Portionen Milchschaum und Single-Haushalte ist das Gerät nicht gedacht. Severin setzt eindeutig auf mehr Volumen: die in der großen Kanne angebrachte Messskala ist erst ab 300 Millilitern gut lesbar. Da der Edelstahlbehälter nach unten hin deutlich schmaler wird, liegt die 200-ml-Marke und alles darunter sehr im Schatten.

Severin Spuma 700 Plus: die Messskala im Inneren der Milchkanne
Der untere Teil der im Inneren der Milchkanne abgebildeten Messskala ist schlecht erkennbar. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Damit nichts überschwappt, kannst du maximal 700 ml Flüssigkeit rühren, aber nur 350 ml Milch aufschäumen (da sich Milch beim Schäumen ausdehnt).

In einem Durchgang kannst du so zum Beispiel zwei Latte Macchiatos zubereiten oder drei bis vier Cappuccinos – bei kleinen Tassen, die nur um die 150 ml fassen, reicht die Schaummenge sogar für fünf Cappuccinos.

Milchschaum in der Kanne des Severin Spuma 700 Plus
Die Oberfläche der geschäumten Milch war in meinem Test des Spuma 700 Plus immer schön seidig. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Nur kurze Pausen zwischen den Durchgängen

Das Gute: Nach einem Schäumvorgang musst du den Milchbehälter nur einmal unter kaltem Wasser ausspülen und trockenwischen, dann ist er wieder einsatzbereit für eine neue Runde.

Selbst, wenn die Lüftung hinten am Sockel noch bläst, kannst du direkt einen weiteren Durchgang starten. Severin empfiehlt zwar ein Abkühlen von mehreren Minuten zwischen den Programmen, aber eine Zwangspause, in der das Gerät gesperrt wäre, gibt es nicht.

Die Tücken des Drehreglers und Displays

Damit der Spuma 700 Plus loslegen kann, musst du ihm natürlich erst sagen, was genau er tun soll. Da kommt der leicht gerippte Easy-Select-Drehregler mit OLED-Display ins Spiel: Am schlichten Kunststoffsockel des Milchaufschäumers ist er das einzige Bedienelement.

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Video: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Mit dem runden Knopf kannst du durch die 13 automatischen Programme sowie ein Menü für Ton- bzw. Lichtoptionen navigieren. Während des Drehens spürst du keinen Widerstand oder ein Einrasten – du musst also genau hinschauen und drehst manchmal zu weit, musst dann korrigieren. Durch Drücken wählst du schließlich eine Option aus.

Das Display stellt die verschiedenen Getränkespezialitäten in Form von Piktogrammen dar. Teilweise sind diese nicht ganz selbsterklärend, weshalb ich immer wieder in die Bedienungsanleitung schauen musste. Als ich das mal nicht getan habe, weil es schnell gehen sollte, habe ich die Funktion für heiße Milch mit der für Latte Macchiato verwechselt und mich hinterher gewundert, dass das Schaumergebnis so flüssig war. Also besser nicht im Halbschlaf bedienen.

Severin Spuma 700 Plus: Programme für heiße Milch und für Latte Macchiato
links: Funktion für heiße Milch, rechts: Latte-Macchiato-Programm Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Die Reihenfolge im Menü wirkt auch etwas zusammengewürfelt: So kommt mit Latte Macchiato eine der Hauptfunktionen erst weiten hinten an elfter Position (im Uhrzeigersinn gedreht, gegen den Uhrzeigersinn an fünfter Stelle). Das Programm schlummert abgeschlagen neben dem für Glühwein und Protein-Shake. Ich hätte es intuitiver gefunden, alle Schaumoptionen für Milch und vegane Alternativen zu bündeln und die Spezialprogramme hinten anzuschließen.

Verschiedene Milchschaumprogramme des Severin Spuma 700 Plus
Könntest du sie alle auseinanderhalten? Die Schaumprogramme von links: heiß, kalt, Boost, Cappuccino Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Immerhin merkt sich der Spuma die jeweils letzte eingestellte Funktion – sofern er eingesteckt bleibt. Laut Betriebsanleitung sollst du das Gerät nach Gebrauch aber vom Strom trennen, was leider dazu führt, dass es sich auf Werkseinstellungen zurücksetzt. Heißt auch: Der übers Menü anwählbare Be-Silent-Modus (unterbindet akustische Signale, etwa nach Durchlauf eines Programms) ist nicht mehr aktiv. Der LED-Lichtring am Sockel leuchtet dann auch wieder, selbst wenn er zuvor ausgeschaltet wurde. Er zeigt in Blau oder Rot den Gerätestatus an (laufender Betrieb oder Programmstopp) sowie den gewählten Modus (kalt bzw. Funktionen mit Erhitzen).

Den Stecker zu ziehen ist wiederum die einzige Lösung dafür, dass es keine Zurück-Taste gibt. Hast du aus Versehen ein falsches Programm ausgewählt oder willst du dich spontan umentscheiden, hilft nur das Trennen vom Strom. Bloßes Abwarten leider nicht: Nach circa 2 Minuten ohne Aktion schaltete der Aufschäumer zwar in den Standby-Modus (Display und LED-Lichtring gehen aus), doch wenn ich dann wieder auf den Knopf gedrückt habe, erschien das zuletzt gewählte Programm.

Individuelle Temperaturen einstellen

Die meisten Programme starten unmittelbar, bei einigen musst du allerdings durch ein zweites Menü vorab noch die Temperatur einstellen (in Fünferschritten von 45 bis 65 Grad).

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Video: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Das unterscheidet den Spuma 700 Plus von den meisten anderen Milchaufschäumern. Allerdings bieten nur folgende 6 Milchschaum-Programme diese Option:

  • heiß und cremig, Cappuccino, Boost-Funktion, laktosefrei, Cashew, Soja

Für mich persönlich war es im Test kein Gamechanger, dass ich zwischen 45, 50, 55, 60 oder 65 Grad wählen konnte. Gerade bei pflanzlicher Milch kann es aber sinnvoll sein, zugunsten der Schaumqualität ein paar Grad runterzuschalten: Vegane Drinks haben eine etwas andere Zusammensetzung als Kuhmilch und viele Hersteller empfehlen, ihre Produkte etwas weniger stark zu erhitzen (meist nur bis maximal 60 Grad).

Auch für Hobby-Baristas, die gern mit verschiedenen Milchsorten und Schaumtexturen spielen, ist die anpassbare Temperatur sicher eine Bereicherung.

Kühler Milchschaum ist instabiler, schmeckt aber weniger süß

Den für mich besten Milchschaum habe ich immer bei um die 65 Grad erzielt. Je niedriger die Temperaturen, desto instabiler wurde der Schaum meistens. Kühlerer Milchschaum überzeugt mich von seiner Konsistenz her allgemein nicht so: Er ist in der Regel zwar besonders seidig und fein, fällt aber schnell in sich zusammen – so auch beim Spuma 700 Plus. Ihm fehlt die Hitze, die zur Bildung von Milchschaum und zu dessen Stabilisierung maßgeblich beiträgt.

Kalter Milchschaum direkt nach der Zubereitung und bei Beginn des Zerfalls
links: kalter Milchschaum direkt nach der Zubereitung, rechts: nach zwei Minuten Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Auf wieviel Grad du deine Milch beim Schäumen erhitzt, wirkt sich übrigens auch auf deren Geschmack aus: warme Getränke oder Lebensmittel nehmen wir generell als süßer wahr, außerdem können chemische Reaktionen beim Erhitzen der Milch diese Süße noch verstärken.

Kalter Milchschaum dagegen schmeckt etwas milder, neutraler – wenn du es weniger süß magst, ist das für dich also vielleicht eine Alternative.

Cremiger Milchschaum in großen Mengen

Severin verspricht nichts weniger als "perfekten Milchschaum in Barista-Qualität", was der Spuma 700 Plus nicht hundertprozentig halten kann.

Ja, der Schaum ist in allen von mir getesteten Einstellungen angenehm cremig und trifft meinen persönlichen Geschmack wirklich sehr – Mikroschaum wie im Szene-Café nebenan schafft er aber trotzdem nicht ganz. Für einen Flat White ist der Schaum nicht fließfähig genug, Latte Art gelingt nur in Ansätzen.

Zum Glück genügt mir eine softe Schaumhaube auf dem Cappuccino vollkommen. Die muss ein Gerät auch erst mal hinbekommen, und der Spuma produziert reichlich Creme.

Cappuccino-Schaum

Zubereitungsdauer:

  • Maximum: ca. 4:30 min für 350 ml Milch (bei 65 Grad)

  • Minimum: ca. 1:30 min für 120 ml Milch (bei 65 Grad)

Im Cappuccino-Programm schäumt das Severin-Gerät 350 Milliliter Milch (die Maximalmenge für Schaum) in etwa viereinhalb Minuten heiß auf – und das nahezu vollständig, es bleibt also kein See aus flüssiger Milch zurück. Die Milchschaumausbeute in einem Durchgang ist daher ordentlich und reicht für drei größere Cappuccinos.

Ein Glas Cappuccino von der Seite und von oben, mit Schaum aus dem Severin Spuma 700 Plus
Der Cappuccino gelang mir im Test mit haltbarer Vollmilch (3,5%) besonders gut. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Severin empfiehlt für eine Tasse 150 bis 200 Milliliter Milch, im Test habe ich aber wirklich maximal 150 Milliliter für eine schön große Portion Cappuccino verwendet. Zwischen 120 und 150 Milliliter waren mir aber genug, was dann auch etwas schneller ging.

Allgemein überzeugte mich im Test sehr, dass der Cappuccino-Schaum im Spuma 700 Plus recht feinporig und angenehm weich wurde – vor allem mit haltbarer Vollmilch. Ein Träumchen!

Sichtbare Blasen trotz Schwenken des Schaums

Mit fettarmer Milch war das Ergebnis leicht grobporiger, aber trotzdem fluffig. Außerdem kam es durchaus mal vor, dass mehrere größere Blasen im Schaum waren.

Dabei hatte ich nach Ende des Programmdurchlaufs extra darauf geachtet, den Milchbehälter direkt zu schwenken und mit ihm leicht auf den Tisch zu klopfen. So wollte ich auch verhindern, dass sich der Schaum in der Kanne "setzt", also verfestigt, bevor ich den Schaum ins Glas gekippt habe. Trotzdem ließen sich Blasen nicht immer vermeiden.

So gelingt der perfekte Milchschaum

Severin selbst rät zur Verwendung von kühlschrankkalter Milch mit möglichst hohem Eiweißgehalt, um die beste Milchschaumkonsistenz zu erhalten. Beides ist richtig: In kalte Milch kann ein Quirl besser und länger Luft einarbeiten, bis im gleichzeitig stattfindenden Aufheizprozess des elektrischen Aufschäumers die gewünschte Zieltemperatur erreicht ist. Ein hoher Eiweiß- bzw. Proteingehalt (am besten zwischen 3% und 4%) sorgt maßgeblich für die Stabilität des Schaumes.

Auch der Fettgehalt wirkt sich auf dessen Konsistenz aus und sorgt vor allem für Cremigkeit. Mit (haltbarer) Vollmilch erzeugst du einen vollmundigen, tendenziell stabileren Schaum. Mit fettreduzierter Milch entsteht mehr Volumen, dafür ist der Schaum etwas trockener und fester.

Es bleibt also deinem Geschmack überlassen. Probiere dich am besten durch verschiedene Milchtypen und Marken und teste diese in den verschiedenen Programmen des Spuma 700 Plus, um das für dich ideale Schaumergebnis zu erzielen. Du kannst jedes Programm auch frühzeitig aktiv beenden, um die Konsistenz zu beeinflussen.

Die obere Schaumschicht in der Kanne des Spuma war generell meist etwas dicker und weniger fließfähig als die im unteren Teil der Kanne. Für Latte Art ist das denkbar ungünstig, denn die bekommst du nur mit einem homogenen, dickflüssigen Milchschaum hin.

Zu dicker Schaum erschwert Latte Art

Im Test habe ich es trotzdem versucht, aber sobald ich den dünneren Schaum in den Espresso gegossen hatte und der dickere Teil nachrutschte, war das Malen vorbei – den restlichen Schaum konnte ich dann nur noch obenauf schichten. Da half auch die "Barista-Ausgusszotte" des Milchbehälters nicht weiter (zumal sie für feine Muster etwas zu breit ist).

Wenn du allerdings die dickere Schaumschicht weglässt und anderweitig verwendest, kann mit etwas Übung eine grobe Form von Latte Art gelingen.

Latte-Art-Versuche im Redaktionstest des Milchaufschäumers Spuma 700 Plus von Severin
Sollte eigentlich ein Herz werden, sah am Ende aber immer etwas verunglückt aus: zwei meiner Latte-Art-Versuche mit dem Spuma 700 Plus. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Im Vergleich zu der Funktion für heißen, cremigen Schaum konnte ich übrigens nur einen marginalen Unterschied erkennen: diese schäumt die Milch geringfügig voluminöser auf, aber auch hiermit gelingt Latte Art in Ansätzen. Im Zweifel musst du dich etwas durchprobieren.

Schaum für Latte Macchiato

Zubereitungsdauer:

  • ca. 4 min für 350 ml Milch

  • ca. 2:30 min für 180 ml Milch

Wie beim Cappuccino habe ich auch in diesem Programm die besten Erfahrungen mit haltbarer Vollmilch gemacht, die einen sehr cremigen Latte Macchiato zaubert. So muss er für mich sein! Feinporig, seidig – ein echter Genuss. Der Schaum hat ausreichend Stand, aber auch nicht zu viel.

Links ein Bild von einem Glas Latte Macchiato, daneben ein Detailfoto der Milchschaumhaube
Der Schaum für Latte Macchiato wird mit haltbarer Vollmilch (3,5%, hier 200 ml Menge) besonders sahnig. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Mit fettarmer Milch gelang der ebenfalls standfeste Schaum einen Tick grobporiger und fühlte sich im Mund etwas mehr nach Luft an, trotzdem soft (siehe Foto ganz oben, am Anfang des Artikels).

Wenn du den Spuma bis zum Milchschaum-Maximum befüllst, läuft er im Latte-Macchiato-Programm etwa vier Minuten lang. Die Temperatur kannst du hier leider nicht einstellen, sie liegt am Ende immer bei circa 67 Grad.

Etwa die Hälfte der 350 ml Milch bleibt ungeschäumt, was für Latte Macchiato (wörtlich: befleckte Milch) traditionell auch richtig so ist. Der entstandene Milchschaum reicht dennoch für zwei Macchiatos.

Redakteurin Constanze Brinkschulte - Foto: LECKER.de
Mein Tipp für mehr Milchschaum

Willst du pro Person doch mehr Macchiato-Schaum haben, musst du geringere Mengen Milch hintereinander in den Spuma 700 Plus geben, anstatt in einem Rutsch die 350 ml zuzubereiten: der Quirl schäumte die Flüssigkeit bei mir vollständiger durch, wenn ich Einzelportionen zubereitete.

Im Test habe ich meist nur Schaum für ein Glas gemacht, aus maximal 180 ml Milch – das ergab deutlich mehr Schaum, entsprechend weniger flüssige Milch. Deren Anteil sollte allerdings auch nicht noch kleiner sein (idealerweise besteht ein Macchiato zu mindestens einem Drittel aus flüssiger Milch).

Boost-Funktion für maximalen und festen Milchschaum

Auch Fans des so genannten "Bauschaums" kommen auf ihre Kosten. Ich gehöre nicht dazu – aber solltest du wirklich standfesten Milchschaum lieben, dann ist das Boost-Programm absolut für dich gemacht.

Hier gibt der Spuma 700 Plus alles: Sein Quirl rotiert besonders lang, um so steifen Milchschaum zu erzeugen, dass du Türmchen mit ihm bauen oder du ihn fantasievoll in Form bringen kannst.

Ein Glas Latte Macchiato (von der Seite und von oben) mit Schaum aus dem Severin Spuma 700 Plus
Die Boost-Funktion erzeugt sehr festen Schaum, mit dem du einen Latte Macchiato toppen kannst. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Das Resultat überzeugt mich persönlich nicht so ganz, weil der Kaffeegenuss dadurch etwas doll zur Schaumschlacht im Glas wird – aber ich erkenne an, dass der Milchschaum in meinem Test nach wie vor fluffig und angenehm auf der Zunge war.

Noch steifer geht nicht mehr? Oh doch…

Tatsächlich ist das Maximum an Schaumschlägerei damit aber noch nicht erreicht. In der Betriebsanleitung gibt Severin einen Tipp für besondere Standfestigkeit: Einfach zwei Programme kombinieren und erst kalt schäumen, dann noch einmal heiß. Ich habe auch das mit einer kleinen Menge getestet und nach der Kaltfunktion die Boost-Funktion gestartet.

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Video: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Der Milchschaum war überraschenderweise immer noch soft, hatte aber wirklich extrem viel Stand. Mich erinnerte er an Eischnee – in meinem Kopf entstand aber auch das Bild einer Gummiburg, weil sich die Masse nicht nur zu einem Turm in die Höhe stapeln ließ, sondern gleichzeitig wabbelig war. Wer's mag…

Pflanzliche Alternativen sind auch kein Problem

Der Hersteller hat seinem großen Milchaufschäumer außerdem noch zwei eigene Programme für vegane Milch spendiert: Eines speziell für Soja-Drinks, eines für Cashew-Milch (obwohl die im Handel eher ein Nischendasein fristet). Gelingt beides tatsächlich nur in diesen eigens kreierten Funktionen? Und kann ich andere beliebte Milchalternativen, aus Hafer oder Mandeln, gar nicht mit dem Spuma aufschäumen? Die kurze Antwort auf beides: Nein.

Mandelmilch und (Barista-)Hafermilch machten sowohl in der Cappuccino-, als auch der Latte-Macchiato-Einstellung eine gute Figur – übrigens genau wie Barista-Sojamilch und Cashew-Drink. Dadurch zählt der Spuma zu den Top-Aufschäumern für pflanzliche Milch.

Blick von der Seite und von oben: Ein Glas Cappuccino mit Cashew-Milchschaum aus dem Spuma 700 Plus
Im Spuma 700 Plus wurde der Cashew-Milchschaum immer schön seidig. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Die speziellen Funktionen für Soja und Cashew hatten im Test aber keinen spürbaren Mehrwert für mich: weder in der Laufzeit, noch in der Schaumkonsistenz.

Blick von der Seite und von oben: Ein Glas mit Soja-Milchschaum aus dem Spuma 700 Plus
Sojamilch, hier pur im Glas, lässt sich besonders voluminös aufschäumen – so auch mit dem Spuma von Severin. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Die Drinks nahmen immer bedeutend an Volumen zu und wurden cremig. Die Cashew-Milch wirkte im Spezialprogramm wenn überhaupt minimal feinporiger und weicher.

Wieso sollte ich die veganen Automatikprogramme also benutzen?

Auf Nachfrage erklärte uns Severin:

"Milch und Milchalternativen unterscheiden sich je nach Anbieter in der Qualität, dem Fettanteil[,] etc. Deshalb lassen sich manche Produkte besser und andere schlechter verarbeiten. Und einige Milchalternativen gelingen auch in den anderen Programmen gut. Bei den in der Entwicklung getesteten Produkten wurde bei SEVERIN ein Unterschied in der Schaumqualität festgestellt. Deshalb wurde die Konfiguration jeweils leicht angepasst."

Wie genau diese technische Konfiguration aussieht, lässt Severin offen.

Sündhaft gute Trinkschokolade

Was der Spuma 700 Plus neben fluffigem Milchschaum noch richtig gut kann, ist heiße Schokolade produzieren – aus ganzen Stücken oder Raspeln. Dafür braucht er zwar ein wenig Zeit (ca. 3:45 min für 200 ml), aber das Ergebnis schmeckt wirklich lecker: die Stückchen lösen sich komplett auf und die Milch erreicht eine Temperatur von über 70 Grad. So hast du länger etwas von dem Genuss.

Wichtig: Bei der Zubereitung soll die Schokolade (ebenso wie das Pulver für Kakao) erst in den Aufschäumer, wenn das Programm bereits läuft und der Quirl (samt Schutzeinsatz) die Milch rührt. So verhinderst du eine mögliche Blockade des Rühreinsatzes.

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Video: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Die Schokolade darf nicht angeschmolzen sein und ganze Stücke müssen laut Severin "mindestens 5 x 4 cm (keinesfalls kleiner)" sein. Ich habe mich an die Größe nur ungefähr gehalten, was kein Problem darstellte.

Besonders gut hat mir die heiße Schokolade mit klassischen Edelbitter-Sorten geschmeckt – je nach Laune noch mit einer Haube Schlagsahne und vielleicht sogar etwas Lotus Biscoff Dessert-Soße oben drauf.

Prinzipiell kannst du deiner Fantasie aber freien Lauf lassen und jede Schokolade verwenden, die du magst: ob weiß, Vollmilch, Zartbitter oder eine außergewöhnliche Ruby-Schokolade wie die von Boella & Sorrisi.

Du kannst deinem Heißgetränk sogar ein Upgrade verpassen und während des Rührens zusätzlich noch einen Likör, Sirup oder geriebene Orangenschale mit in die Milch geben (sobald sich die Schokolade aufgelöst hat).

Leicht zu reinigen, wird aber heiß

Was mir nach der Zubereitung von heißer Schokolade aufgefallen ist: In den Rillen des Rühreinsatzes sammeln sich trotz Schutzabdeckung, die in diesem Programm zusätzlich auf dem Quirl sitzen soll, Reste an. Beim Spülen lösen sich diese nicht wirklich, eine spezielle Bürste liegt dem Spuma auch nicht bei. Die Reinigung in der Spülmaschine sorgt allerdings für Abhilfe.

Auch die Kanne darf in den Geschirrspüler, was aber eigentlich nicht nötig ist. Milchreste lassen sich mühelos kurz per Hand ausspülen oder mit einem Tuch auswischen – was ich nach jedem Durchgang empfehlen würde – und da der Behälter frei von Elektronik ist, konnte ich ihm auch mal ein Bad im Spülbecken gönnen, ohne besonders aufpassen zu müssen.

Aber: Durch die Reinigung sammelte sich teilweise Spülwasser im Griff, was anschließend nach und nach heraustropft.

Edelstahl ist empfindlich und leitet Hitze

Während der Testphase hat der Spuma 700 Plus von Severin außerdem erste optische Abnutzungserscheinungen gezeigt: Insbesondere an den Stellen, wo die Kanne in die Basis eingesetzt oder gedreht wird, sind Kratzer zu sehen. Hier schrappt bei jeder Nutzung Metall auf Metall.

So setzt du die Kanne in den Severin Spuma 700 Plus ein
Das Einsetzen und Herausnehmen der Edelstahlkanne hinterlässt Spuren am Metall. Foto: LECKER.de/Constanze Brinkschulte

Apropos Metall: Außen wird der Milchbehälter je nach Programm spürbar heiß. Daher immer am Griff anfassen und Vorsicht bei Kindern im Haus.

Milchaufschäumer-Alternativen von Severin

Insgesamt würde eine abgespeckte Variante des Spuma 700 Plus, mit weniger Funktionen, wohl besser zu mir passen – und vielleicht lohnt sich auch für dich ein Blick auf Geräte, die in erster Linie ganz viel Milch cremig aufschäumen. Severin hat gleich mehrere Alternativen mit Induktionstechnologie im Angebot, die sich in Fassungsvermögen, Ausstattung und Preis mal mehr und mal eher weniger unterscheiden.

Der Spuma 700 SM 3586 bietet zwar keine unterschiedlichen Schaumkonsistenzen, aber mehrere Temperaturen (sowie heiße Schokolade aus Stücken). Der Spuma 500 SM 3585 fasst nur 500 ml Flüssigkeit (was für mich immer noch genug wäre) und ermöglicht keinerlei Auswahl von Schaumkonsistenzen oder Temperaturen, aber immerhin auch heiße Schoki aus Stücken.

Abseits der Spuma-Serie gibt es noch den Milchaufschäumer SM 3583 mit 700-ml-Kanne. Der kann aber nur mit Kakaopulver und keinen Schokostückchen umgehen, bietet auch keine unterschiedlichen Schaumkonsistenzen (nur Temperaturen).

Die größten Unterschiede zum Spuma 700 Plus liegen also darin, dass diese Modelle auf die meisten Sonderausstattungen verzichten (Display, Leuchtring, Schaumkonsistenzen, spezielle Getränke).

Fazit: XL-Maschine mit vielen Extras

Der Severin Spuma 700 Plus kann einerseits der passende Milchaufschäumer für deine Familie sein, wenn ihr euch neben großen Mengen an cremigem Milchschaum auch besondere Goodies wie Trinkschokolade aus ganzen Stücken, heißen Glühwein oder Punsch sowie Fitness-Shakes wünscht. Kleiner Wermutstropfen ist das dadurch etwas komplexe Menü, das sich im hektischen Alltag beweisen muss.

Hobby-Baristas, die gern etwas experimentieren, kommen durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten des Geräts auch auf ihre Kosten. Allerdings solltest du als Kaffeefan das Latte-Art-Versprechen von Severin nicht ganz so eng sehen – und am besten keine Schwäche für Flat White haben. Der Schaum ist klasse, aber eben nicht so fein wie Mikroschaum.