Nespresso Aeroccino4 im Test: wenig Milchschaum, aber hoher Genussfaktor

Außen hui, innen – auch hui! Allerdings mit kleinen Einschränkungen. Ich habe den Aeroccino4 von Nespresso getestet und bin von dem Induktions-Milchaufschäumer insgesamt sehr überzeugt. In puncto Schaumqualität und Schaummenge gibt es aber noch Luft nach oben.

Der Nespresso Aeroccino4 mit einem Glas Latte Macchiato
Der Aeroccino4 von Nespresso hat ein eigenes Programm für dichten Latte-Macchiato-Milchschaum. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte
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Du möchtest am liebsten jeden Tag Cappuccino oder Latte Macchiato trinken, der (fast) wie im Café um die Ecke schmeckt – und ihn so einfach wie möglich zubereiten?

Dann brauchst du einen leistungsfähigen Milchaufschäumer wie den Nespresso Aeroccino4. Der Milchschaum, den das handliche Gerät produziert, kommt in Optik und Textur dem aus dem Café sehr nahe. Noch dazu ist er tatsächlich kinderleicht zu bedienen und sieht richtig edel aus – ein kleines Küchen-Schmuckstück.

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Nespresso Aeroccino 4, Induktions-Milchaufschäumer
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Unsere Bewertung:
4,5 / 5
  • Vorteile
    • 4 verschiedene Programme

    • leise Zubereitung

    • schnelles Aufschäumen

    • unkomplizierte Reinigung

    • Kanne mit Griff und Ausguss

    • hochwertige Verarbeitung

  • Nachteile
    • geringe Menge Milchschaum

    • Schaum könnte fließfähiger sein

    • kein akustisches Signal

Warum der Aeroccino4 aber nur fast den perfekten Milchschaum schafft? Es entsteht zwar durchaus cremiger Schaum (je nach Programm und Milchsorte mit mehr oder weniger Stand), dessen Poren bzw. Bläschen könnten aber noch feiner und das Mundgefühl samtiger sein.

Glatten Mikroschaum, der zum Beispiel für Flat White und das Kreieren von Latte Art nötig ist, schafft das Gerät dementsprechend auch nicht – was aber eh fast nur mit der Dampfdüse einer guten Siebträger-Espressomaschine möglich ist.

Wer sich einfach möglichst schnell und leise eine kleine cremige Haube auf den Kaffee zaubern will, liegt dafür mit dem handlichen Nespresso-Milchaufschäumer richtig. Zumindest im Single- oder Pärchen-Haushalt.

Technische Details zum Aeroccino4

Marke

Nespresso

Schäumtechnik

Induktion, magnetischer Quirl

Funktionen

4 Programme (für kalten und heißen Milchschaum, heiße Milch)

Füllmenge

max. 120 ml für Milchschaum, max. 240 ml für heiße Milch

Laufzeit

1:20 min (für kalten oder heißen Milchschaum aus je 120 ml Milch), 2:30 min (für 240 ml heiße Milch)

Kabellänge

80 cm

Gewicht

690 g (Kanne ohne Basis)

Maße

Höhe: 19 cm (inkl. Basis), Breite: 17 cm (inkl. Basis, Ausgießnase, Griff), Durchmesser (Kanne): ca. 8 cm

Leistung

410-490 Watt

Reinigung

spülmaschinengeeignet (ohne Basis)

Material

Edelstahl (glänzend), Kunststoff

  • Lieferumfang/Ausstattung: Milchbehälter, Rühreinsatz (Halterung mit Quirl-Aufsatz, zur Reinigung abnehmbar), Deckel plus Dichtung, Sockel inkl. Stecker, Anleitung plus Schritt-für-Schritt-Anweisungen je Kaffeespezialität

  • Besonderheiten: abnehmbare Kanne mit Ausgießnase und Griff sowie Antihaftbeschichtung, beleuchtete Tasten, 360-Grad-Basis, Skala im Inneren (Minimum/Maximum)

Wie funktioniert der Nespresso Aeroccino4?

Du setzt die Edelstahlkanne auf den 360-Grad-Sockel, sodass beide Anschlüsse ineinandergreifen. Das klappt reibungslos und du kannst den Milchbehälter sogar weiterhin in jede Richtung drehen – praktisch, je nachdem von wo du den (etwas kurz geratenen) Griff in die Hand nehmen willst.

Bevor du die Milch einfüllst, solltest du erst den Rühreinsatz im Inneren platzieren, damit du später nicht mitten in die Flüssigkeit tauchen musst. Der aus zwei Teilen bestehende Quirl (Plastikhalterung mit Federspule) kommt nämlich auf eine kleine Erhebung am Kannenboden und du musst ihn mit den Fingern ganz nah ranführen, damit er wie von selbst in seine Position gleitet – Magnetismus sei Dank.

Der Quirl sitzt beim Nespresso Aeroccino4 am Rand des Milchbehälters.
Links der "nackte" Topf des Aeroccino4, rechts mit platziertem Quirl. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Ungewöhnlich finde ich, dass der Quirl leicht versetzt am Rand seinen Platz hat. In den meisten anderen Top-Milchaufschäumern rotieren sie zentriert in der Mitte des Behälters. Was mich wiederum nicht wundert, ist die Tatsache, dass der Rühreinsatz immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt sein muss (insgesamt 60 ml Füllmenge), damit er beim Drehen Luft in die Milch schlagen und Schaum produzieren kann. Induktion erzeugt gleichzeitig die benötigte Wärme.

Beim Anblick der schlanken Retro-Kanne hätte ich gar nicht gedacht, wie viel Technik in ihr verbaut wurde – und dass trotz immerhin 17 cm Höhe kaum Platz für Milch in dem Mini-Induktionskochtopf ist. Kein Wunder, die ganze Magie (Induktionsspule, magnetischer Antrieb für den Quirl) versteckt Nespresso in der unteren Hälfte des Edelstahlbehälters.

Der Aeroccino4 von Nespresso macht sich gut in kleinen Küchen.
Der Aeroccino4 von Nespresso macht sich gut in kleinen Küchen. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Obwohl zumindest der Anschluss unten freiliegt, ohne Wasserschutz, ist die ganze Kanne spülmaschinenfest.

Anders als viele andere Geräte dieser Größe hat der kleine Küchenhelfer von Nespresso außerdem gleich vier Funktionen zu bieten: zwei für unterschiedlich dichten warmen Schaum, ein Kaltprogramm und eines nur für heiße Milch. Alle Schaumprogramme laufen gleich lang, der Quirl rotiert aber je nach Modus unterschiedlich schnell, um die gewünschte Konsistenz bzw. Temperatur zu erzeugen.

Die vier Funktionstasten des Nespresso Aeroccino4
Piktogramme sorgen zusätzlich zu den LED-Farben dafür, dass sich die vier Funktionen gut voneinander unterscheiden lassen. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Die Programme lassen sich direkt an der Kanne anwählen und leuchten entweder rot oder blau – bzw. alle blinken, sofern der Rühreinsatz nicht an Ort und Stelle sitzt oder der Aufschäumer noch weiter abkühlen muss, bevor er erneut gestartet werden kann (passiert nur, wenn noch heiße Milch im Behälter ist und er nicht kalt ausgespült wurde). Ist die Zubereitung beendet, erlischt das jeweilige LED-Licht und der Aeroccino schaltet sich ab.

Kleiner Wermutstropfen: Die vier Programme haben keine weiteren Einstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel für die Temperatur. Das ist allerdings ein Feature, das auch nur die wenigsten Milchaufschäumer mitbringen und ein Gerät schnell (zu) kompliziert in der Handhabung macht.

Wie viel Milch lässt sich mit dem Nespresso-Gerät aufschäumen?

Im Inneren der Edelstahlkanne zeigt eine rudimentäre Skala, die gerade im Dunkeln oder als Linkshänder:in leider nur schlecht lesbar ist, die maximal einzufüllende Menge an – jeweils für aufzuschäumende Milch (max. 120 ml) und für die nur zu erwärmende (max. 240 ml).

Du solltest dich auf jeden Fall an diese Obergrenzen halten, um ein Überlaufen zu vermeiden: Milch dehnt sich beim Aufschäumen aus und gewinnt deshalb deutlich an Volumen. Damit wirklich gar keine Milch nach außen dringt, nicht mal Spritzer davon, geht die Gummidichtung des Deckels bis über die Ausgießnase.

Welche Milchspezialitäten sind möglich?

Mit dem Aeroccino4 von Nespresso lassen sich u.a. folgende Getränke zubereiten:

  • (Iced) Cappuccino

  • (Iced) Latte Macchiato

  • Caffè Latte

  • Heiße Milch (z.B. für Milchkaffee)

  • Heiße Schokolade / Kakao (nachträgliches Hinzufügen von Schokolade bzw. Pulver)

Da du zwischen jedem Schäumvorgang eine kurze Reinigung einlegen solltest (wenigstens kurz ausspülen und trocknen), sind 120 Milliliter Milchschaum pro Durchgang doch recht wenig. Zumindest weil der Aeroccino aus den 120 Millilitern auch nur verhältnismäßig wenig rausholt – anders als zum Beispiel der Philips Senseo Milk Twister schäumt er die Milch nicht komplett durch. Ich trinke gern einen größeren Cappuccino und mir persönlich reicht die Menge des Aeroccino4 nur bedingt.

Für eine zweite Tasse musst du definitiv noch mal schäumen und mehrere Gäste solltest du besser nicht haben. Dafür ist das Gerät allerdings auch nicht ausgelegt. Immerhin geht alles ruckzuck: Kalter oder warmer Milchschaum sind in circa 1:20 Minuten fertig, heiße Milch in 2:30 Minuten (jeweils bei Maximalbefüllung).

Die 4 Programme im Check

Was das Gerät in Bezug auf Milchschaum tatsächlich kann – und was nicht – zeigt sich im ausgiebigen Vergleich der vier Programme:

  • Kalter Milchschaum (nur Schäumen, kein Erhitzen)

  • Luftiger heißer Milchschaum (für Cappuccino)

  • Dichter heißer Milchschaum (für Latte Macchiato)

  • Heiße Milch (nur Erhitzen, kein Schäumen)

Je nach gewünschter Kaffeespezialität starte ich mit der Milchzubereitung – für einen Latte Macchiato zum Beispiel – und wähle die passende Funktion aus oder ich mache mir erst einen Espresso mit meiner Kapselmaschine. Die bekommt übrigens keinen anständigen Milchschaum hin, das kann der Aeroccino deutlich besser! Psst: Falls du noch nach der zu dir passenden Kaffeemaschine suchst, hilft dir unser entsprechender Ratgeber an anderer Stelle weiter.

Cappuccino-Schaum: oben cremig, unten flüssig

In meinem ersten Versuch wähle ich die luftiger heißer Milchschaum-Funktion für Cappuccinos und nehme gemäß Anleitung die minimal zu schäumende Menge von 60 Millilitern Flüssigkeit, in meinem Fall Vollmilch mit 3,5% Fett (für einen vollmundigeren Geschmack).

Das ergibt aufgrund der entstandenen geringen Schaummenge nur einen sehr kleinen Cappuccino, die nächsten Male nehme ich meistens gleich 120 Milliliter.

Und der Milchschaum selbst?

Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Cappuccino-Schaum aus 120 Millilitern H-Vollmilch mit 3,5% Fett. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Etwas mehr Schaum wäre schön

Der Großteil der nun fast 67 Grad heißen Milch ist nach wie vor flüssig und bildet geradezu einen See, das erscheint mir etwas viel Nass. Der eigentliche Schaum ist aber cremig und fluffig, wenn auch mit sichtbaren Bläschen.

Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Bei H-Vollmilch (3,5% Fett) ist wirklich wenig Schaum auf dem Cappuccino. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Die Porung sollte eigentlich noch etwas feiner sein und die Milch gleichmäßiger durchgeschäumt, sämiger bzw. dichter. Aber so schmeckt der Cappuccino schon sehr gut.

Der Schaum (insbesondere bei fettarmer Milch) fällt auch nicht in sich zusammen, sondern überdauert ohne Qualitätseinbußen sogar eine halbe Stunde und mehr. Wobei wohl niemand so lange mit dem Trinken wartet und den Kaffe kalt werden lässt…

Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Cappuccino-Schaum aus 60 Millilitern fettarmer H-Milch (1,5%). Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Die dickflüssige Milchschaumtextur, die heutzutage für Flat White, Chai Latte und immer mehr auch für Cappuccino als Maßstab gilt, erreicht der Aeroccino nicht.

Er orientiert sich an der klassischeren Zubereitung für Cappuccino, wie ihn nach wie vor die meisten Menschen in Italien trinken: mit ganz leicht gewölbter Schaumschicht.

Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Der Cappuccino-Schaum hat einen schönen Stand. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Großporiger Milchschaum für Latte Macchiato

Um Latte-Macchiato-Schaum zuzubereiten, legt sich der Aeroccino besonders ins Zeug: Der Quirl rotiert deutlich schneller als im Cappuccino-Modus. Die 120 Milliliter Milch wachsen durch das rasante Einbringen der Luft auf etwas mehr als das Doppelte an Masse an.

Der fertige Latte Macchiato – übrigens mit schönem Farbverlauf – füllt mein Glas (270 ml) trotzdem nicht ganz aus. Der Flüssigkeitsanteil ist allerdings geringer als beim Cappuccino, hier habe ich schon deutlich mehr Schaum.

Latte-Macchiato-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Mit frischer Vollmilch (3,5% Fett) zubereitet ergab der Latte Macchiato bei mir weniger Masse als mit fettarmer H-Milch (siehe Bild ganz oben im Artikel). Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Der Schaum hat Stand, aber auch größere Blasen

Ein wenig mehr Dichte und gleichzeitig Cremigkeit würden diesem guttun. Er erinnert etwas an "Bauschaum". Es gibt ja durchaus Fans dieser Konsistenz (Baristas gehören nicht dazu), aber für mich persönlich muss auch Latte-Macchiato-Schaum samtiger sein. Entsprechend finde ich den aus dem Aeroccino4 etwas zu steif.

Latte-Macchiato-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Auf dem Latte-Macchiato-Schaum sind die Blasen deutlich sichtbar. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Die Schaumkrone hat Stand, ist jedoch sehr grobporig. In der Kanne trennt sie sich deutlich vom flüssigen Teil: der Schaum liegt quasi obenauf und muss mehr in das Glas geschichtet als gegossen werden.

Latte-Macchiato-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Der Milchschaum lässt sich richtig vom Latte Macchiato abschöpfen – und rutscht nicht vom Löffel. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Kalter Milchschaum – ein kurzes Vergnügen

Nanu? Im ersten Anlauf streikt das Kaltprogramm und will partout keinen Milchschaum erzeugen, alles bleibt flüssig. Was das Problem ist, kann ich nur vermuten: Ich habe wohl die Kanne nach der letzten Zwischenreinigung innen nicht vollständig trocken gewischt und die Milchstruktur hat sich durch dieses Verdünnen so verändert, dass sie sich nicht mehr aufschäumen ließ.

Ein späterer zweiter Versuch glückt dann – und wie! Der Quirl läuft gefühlt genau so schnell wie im Macchiato-Modus. Das Ergebnis flasht mich geradezu, auch wenn die Schaummenge wieder eher mickrig ist. Dafür glänzt der Milchschaum schön, ist super seidig und feinporiger als im Cappuccino-Programm.

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Kalter Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Kalter Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4, zubereitet mit H-Vollmilch (3,5% Fett). Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte
Kalter Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte
Iced-Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Iced Cappuccino mit sanfter Haube aus fettarmer H-Milch (1,5%). Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte
Iced-Cappuccino-Schaum aus dem Nespresso Aeroccino4
Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Mit dem Löffel darüber zu gleiten ist wie auf Wolken zu laufen, den möchte ich am liebsten einfach so schlecken. Umso bedauerlicher, dass der Schaum eben nur Kühlschranktemperatur hat.

Ein anderes Mal, als ich noch einen Eiswürfel ins Glas gebe um einen Iced Cappuccino zuzubereiten, nehme ich fettarme Milch. Der Schaum fällt damit noch etwas voluminöser aus und ist ebenfalls schön soft.

Zweimal blinzeln und der Schaum löst sich in Luft auf

Doch die Freude über die zarte Textur des Kaltschaums hält nie lang: Kaum ins Glas gefüllt, beginnen schon die ersten kleinen Blasen zu zerplatzen. Wenige Minuten später ist förmlich ein ganzes Bläschenkonzert zu hören und von der weißen Pracht ist bald kaum etwas übrig.

Nur wer sehr schnell trinkt, kommt hier auf seine Kosten. Aber das ist leider die Krux, wenn Milch wirklich nur geschäumt und nicht erhitzt wird. Wirklich gut gelingt kalter Schaum eigentlich nie, weil das Erhitzen der Milch auf 60 bis 65 Grad (maximal 70 Grad) dessen Bildung und Stabilisierung unterstützt – fehlt diese, ist auch kaum Standfestigkeit gegeben.

Tipps für den perfekten Milchschaum

Nespresso selbst empfiehlt die Verwendung von 4 bis 6 Grad kalter, halbentrahmter Milch (sprich teilentrahmt/Halbfettmilch mit 1,5 bis 1,8% Fett) – wohl weil fettarme Milch allgemein einen festeren und auch mehr Schaum ergibt (dafür trockeneren). Letztlich ist aber der Eiweiß- bzw. Proteingehalt (am besten zwischen 3% und 4%) entscheidend für das Gelingen des Milchschaums – in Zusammenspiel mit dem Fettgehalt, da ein höherer für mehr Stabilität und Cremigkeit sorgt.

Am Ende ist vor allem eins entscheidend: nutze immer kühlschrankkalte Milch zum Schäumen. Der Rest ist Geschmackssache! Teste dich einfach durch verschiedene Milchtypen und Marken.

Für heiße Milch brauche ich den Aeroccino4 nicht

Die Funktion für heiße Milch habe ich nur für den Test ausprobiert, selbst würde ich sie nicht nutzen. Zu Hause habe ich eine Mikrowelle, die denselben Zweck erfüllt, und das Programm nicht ganz durchdacht.

Die maximal erreichte Temperatur liegt bei 70 Grad, was für einen Kakao oder eine heiße Schokolade eher wenig ist und einem wenig Zeit zum Genießen gibt, bevor das Getränk deutlich abkühlt ist.

Außerdem weist Nespresso darauf hin, dass "Sirup, Zucker, Schokoladenpulver oder andere Zutaten nicht direkt in den Milchbehälter gegeben werden sollten", um die Antihaftbeschichtung nicht zu beschädigen. Funktionieren würde die Zubereitung so durchaus, aber jede:r sollte selbst entscheiden, ob es das Risiko wert ist.

Unverhofft schaumige Milch im Erwärmprogramm

Übrigens musst du – anders als noch beim Aeroccino3 von Nespresso – bei dieser Funktion denselben Rühreinsatz verwenden wie für Schaum. Das führt dazu, dass das Gerät die Milch bei geringer Füllmenge (ca. 120 Milliliter) eben nicht nur erhitzt, sondern doch auch quirlt. Was ich am Ende aus der Kanne gieße, erinnert an das Ergebnis des Cappuccino-Programms.

Allerdings dürfte vermutlich kaum jemand nur so wenig Milch erhitzen wollen, und eine kleine Schaumkrone würde bei Kakao oder heißer Schokolade wohl auch niemanden stören. Bei Beachtung der maximalen Füllmenge von 240 Milliliter, die Nespresso auch vorgibt, entsteht kein Schaum. Also alles gut soweit, aber eben kein sooo großer Mehrwert zum Beispiel gegenüber einer Mikrowelle.

Mit Milchalternativen wird's extra cremig

Nespresso bewirbt seinen Milchaufschäumer nicht explizit damit, doch in der Betriebsanleitung weist der Hersteller darauf hin, dass auch pflanzliche Drinks (mit Soja, Mandel oder Hafer) für die Zubereitung geeignet sind. Ich teste natürlich alle drei Varianten mit dem Aeroccino4, in der Cappuccino- sowie der Macchiato-Funktion, und kann sagen: stimmt! Sogar mit wässrigem Haferdrink, der im Vergleich zur Barista-Edition einen deutlich geringeren Fettgehalt hat (0,5 g pro 100 ml gegenüber 3 g).

Ich präferiere trotzdem Hafermilch, Sojamilch und Mandelmilch in der Barista-Variante, da der Schaum so einfach deutlich cremiger und dichter ist – dafür nehme ich den höheren Kaloriengehalt in Kauf, ich trinke alles ja nur in Maßen.

Cappuccino-Schaum mit Sojamilch aus dem Nespresso Aeroccino4
Cappuccino mit Soja-Milchschaum aus dem Aeroccino4. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Allerdings muss ich sagen, dass mir das Ergebnis schon fast etwas zu sahnig ist und sich der Schaum nicht so sehr mit dem Espresso verbindet – vor allem bei Sojadrinks (in der Barista-Variante).

Cappuccino-Schaum mit Sojamilch aus dem Nespresso Aeroccino4
Der Soja-Milchschaum lässt sich im Glas wie Sahne schichten. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Bei der Verwendung von pflanzlichen Drinks passiert es mir außerdem häufiger, dass etwas am Boden der Edelstahlkanne haften bleibt und leicht "anbrennt", sich also bräunlich verfärbt. Viele Milchalternativen sollen auch eigentlich nicht über 60 Grad erwärmt werden, unter anderem weil pflanzliche Proteine anders beschaffen sind und möglicherweise schon früher ihre Struktur verändern als die in Kuhmilch enthaltenen.

Da die Temperatur beim Aeroccino nicht angepasst werden kann und sie immer weit über 60 Grad liegt, ist ein Anbrennen also nicht verwunderlich. Allerdings lassen sich Rückstände ganz leicht mit einem Tuch von der Antihaftbeschichtung abnehmen und der Geschmack des Kaffees wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Der Aeroccino4 zählt daher für mich zu den besten Milchaufschäumern für Hafermilch und Co.

Wie lässt sich der Aeroccino4 reinigen?

Bis auf den Sockel können alle Teile des Milchaufschäumers in die Spülmaschine, bei maximal 70 Grad. Nespresso empfiehlt den Waschgang sogar ausdrücklich "für eine bessere Reinigungswirkung" – allerdings hatte ich beim ersten Mal doch Bauschmerzen wegen des elektrischen Anschlusses unten im Boden. Laut Betriebsanleitung soll dieser nicht in Wasser getaucht werden und muss immer trocken sein, bevor er mit der Basis in Kontakt kommt…

Der Nespresso Aeroccino4 darf in die Spülmaschine
Die ganze Milchkanne des Aeroccino4 darf in die Spülmaschine. Foto: LECKER.de / Constanze Brinkschulte

Wie erwartet sammelt sich in der Vertiefung des Anschlusses Wasser an, da die Kanne ja kopfüber in die Spülmaschine muss. Nach Abkippen des Spülwassers und Abtrocknen des Behälters zeigt sich beim nächsten Schäumen, dass wohl alle Bedenken umsonst waren: der Aeroccino surrt wie eh und je. Allerdings müsste ein Langzeittest beweisen, ob der Anschluss (und die Antihaftbeschichtung) wirklich nicht darunter leidet.

Einfaches Säubern im Handumdrehen

Ich persönlich finde das Bad in der Spülmaschine aber auch gar nicht so wichtig, denn die Reinigung per Hand ist wirklich mehr als schnell und einfach zwischendurch gemacht. Quirlhalterung und Feder lassen sich voneinander trennen, was zum Spülen sehr praktisch ist. Auch Deckel und Dichtungsring können einzeln ins Wasser. Der Behälterinnenraum ist zwar eher eng, lässt sich aber trotzdem auch mit größeren Händen (kann mein Freund bestätigen) gut auswischen.

Lediglich der Aufsatz für den Rührer stört etwas, ein komplett "leerer" Behälter wäre optimal. Etwas Vorsicht ist auch unten am äußeren Boden der Kanne geboten, damit der Sockelanschluss bestenfalls nicht nass wird. Die Basis selbst nur mit einem feuchten Tuch abwischen (vorher den Netzstecker ziehen!). Alles gut trocknen (lassen), fertig!

Nach jedem Durchgang auswischen oder kurz spülen

Zwischen den einzelnen Schäumvorgängen reicht eigentlich ein Ausspülen von Kanne und Quirl mit klarem Wasser (plus Trockenwischen). Die Antihaftbeschichtung des Geräts macht sich da wirklich bezahlt: es bleibt zwar durchaus einiges an Milch im Inneren hängen, aber nichts brennt an und sämtliche Reste lassen sich gut mit einem Tuch entfernen oder wegspülen.

Was mir bei der Nutzung des Milchaufschäumers (negativ) auffällt

In einer früheren Version des Aeroccino4 waren die Programmknöpfe noch am Sockel platziert und hatten einen gewissen Tastenwiderstand – beides verringerte das Risiko, dass Programme aus Versehen und unbemerkt gestartet werden. Das kann nun, wo sie direkt an der Kanne sitzen, durchaus passieren, zumal das Gerät (erfreulicherweise) so leise läuft und auch keine Signaltöne von sich gibt. Letzteres vermisse ich tatsächlich etwas, zumindest am Ende eines Programms fänd ich das hilfreich.

Ein weiterer Nachteil, der mit den leicht auszulösenden Tasten in direktem Zusammenhang steht: Der Aufschäumer erkennt nicht, ob die Kanne leer ist. Sobald der Quirl eingesetzt ist und das Gerät Strom zieht, startet es nach der Programmauswahl – auch im Leerlauf. Das kann die Beschichtung der Kanne beschädigen. So richtig kindersicher erscheint mir das auch nicht.

Kein Ein- oder Ausschalter, aber ein Fiepen

Zumindest hat der Schaumschläger eine Abschaltautomatik und geht nach circa einer Minute "aus", wenn er nicht benutzt wird. Aber: Der Aeroccino4 lässt sich nicht in dem Sinne ausschalten und ist, sofern eingesteckt, quasi permanent im Standby-Modus. Er gibt konstant ein leises Geräusch von sich.

Mich persönlich stört das nicht, weil mein Kühlschrankbrummen das sowieso übertönt und ich eine Küchentür habe. Den Aufschäumer würde ich auch nicht dauerhaft eingesteckt lassen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Fiepen bei ansonsten kompletter Stille durchaus wahrnehmbar ist und für gute Ohren störend sein kann.

Fazit: Abzüge in der B-Note

Ja, ich habe am Milchschaum teilweise viel herumgekrittelt: zu wenig, zu grobporig, zu schnell zerfallen sei er (je nach Programm). Das klingt vielleicht erst mal nach wenig Begeisterung, soll es aber gar nicht. Alles in allem gefällt mir der Aeroccino4 wirklich gut. Ich finde ihn sehr stylisch, sein einfaches Handling macht Spaß und die Zubereitung geht schnell und leise.

Bei dem Gerät eines Kaffeespezialisten wie Nespresso schaue ich in puncto Schaumqualiltät aber genauer hin und habe höhere Erwartungen als bei anderen (günstigeren) Modellen aus dem Wettbewerb. Diese erfüllen sich für mich nicht hundertprozentig. Es handelt sich aber mehr um Feinheiten, die den Gesamteindruck nur wenig schmälern. Daher gibt es von mir definitiv eine Kaufempfehlung für den Nespresso Aeroccino4 – für alle, die kleine Mengen auf die Schnelle schäumen möchten und mit weniger dichtem Schaum happy sind.

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Unsere Bewertung:
4,5 / 5
  • Vorteile
    • 4 verschiedene Programme

    • leise Zubereitung

    • schnelles Aufschäumen

    • unkomplizierte Reinigung

    • Kanne mit Griff und Ausguss

    • hochwertige Verarbeitung

  • Nachteile
    • geringe Menge Milchschaum

    • Schaum könnte feiner sein

    • kein akustisches Signal

So habe ich getestet

Über einen Zeitraum von knapp vier Wochen habe ich den Nespresso-Milchaufschäumer rund 30 mal laufen lassen: mit verschiedenen Milchsorten (frische Vollmilch 3,5%, fettarme H-Milch mit 1,5% und H-Milch mit 3,5%, diverse pflanzliche Drinks) über alle Programme hinweg. Meist mit mehreren Durchläufen hintereinander, um zu sehen, ob dadurch die Schaumqualität beeinträchtigt wird.

Die Kanne habe ich wie empfohlen nach jedem Durchgang kalt ausgespült und trocken gewischt – das mag nicht immer nötig sein, aber ich wollte das bestmögliche Resultat erhalten und beachte bei meinen eigenen Küchengeräten auch immer sehr genau die Pflegehinweise des Herstellers.

Was mir besonders wichtig war

Um die Leistung des Aeroccino4 zu beurteilen, habe ich auf folgende Kriterien besonders geachtet:

  • Optik: Ist das Gerät hochwertig verarbeitet und hat es ein ansprechendes Design oder ist es mehr funktional statt schön?

  • Größe: Wie platzsparend ist der Milchaufschäumer – fügt er sich gut in eine (kleine) Küche ein? Gibt es Teile, die überdimensioniert sind oder den Gesamtdurchmesser unnötig vergrößern?

  • Füllmenge: Handlichere Maschinen wie diese fassen zwangsläufig weniger Milch als große Wettbewerber, aber das ist ja nicht unbedingt negativ zu sehen. Von Vorteil wäre für mich, wenn in einem Durchlauf ausreichend Schaum für einen größeren Cappuccino (ca. 200-250 ml) produziert werden kann. Mindestens die Menge für zwei kleinere Cappuccinos (ca. 120 ml) sollte das Gerät aber schaffen.

  • Schnelligkeit: Wie lange dauert es im Vergleich zu anderen Aufschäumern, um eine Standardmenge Milch zuzubereiten (je nach Getränk)?

  • Handhabung: Ist die Bedienung intuitiv, sodass ich quasi sofort loslegen kann, oder muss ich eine dicke Anleitung wälzen? Muss ich unnötige Mühe/Kraft aufwenden? Wie gut liegt die Milchkanne in der Hand? Lässt sie sich mühelos auf die Basis setzen?

  • Reinigung: Wie mühelos ist allgemein die Reinigung von Hand und bleiben in der Kanne häufig Milchreste zurück, die diese erschweren? Lassen sich (alle) Teile des Aufschäumers in der Spülmaschine reinigen?

  • Funktionen: Wie viele gibt es und sind alle davon sinnvoll bzw. laufen so, wie es der Hersteller verspricht ab?

  • Lautstärke: Gibt der Aufschäumer unnötige viele oder unangenehme Geräusche bzw. Töne von sich? Wie leise ist er allgemein in der Zubereitung?

  • Preis: Würde ich mir das Gerät dafür kaufen oder stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht? Was bekomme ich alles für das Geld geboten?

Meine Milchschaum-Kriterien

Bei der Bewertung des Milchschaums waren mir diese Aspekte wichtig:

  • Konsistenz: Ist der Milchschaum schön cremig oder zu fest bzw. trocken? Lässt er sich leicht mit dem Löffel schieben und fühlt er sich angenehm im Mund an?

  • Porung: Sind die Luftbläschen sehr fein oder doch eher grob und gut sichtbar? Wie dicht ist der Milchschaum?

  • Haltbarkeit: Fällt der Schaum innerhalb weniger Minuten in sich zusammen oder hat er einen guten Stand?

  • Menge: Für mich war weniger entscheidend, wie viel Milch maximal geschäumt werden kann (bei kleineren Geräten wie dem Aeroccino4 von Haus aus kleinere Mengen), sondern was die Maschine tatsächlich aus der Milch macht – also wie am Ende das Verhältnis von Schaum zu Flüssigkeit ist. Mindestens die Hälfte des Volumens der eingefüllten Milch sollte aufgeschäumt werden