Quittengelee nach Omas Rezept

Von Ende September bis in den November hinein haben Quitten Saison. Ob aus dem eigenen Garten oder vom Wochenmarkt verarbeiten wir die neue Ernte am liebsten zu fruchtig-süßem Quittengelee - und zwar ganz klassisch nach Omas altbewährtem Rezept! Alles, was du dafür brauchst sind 2 einfache Zutaten und etwas Zeit. Aber es lohnt sich, denn im Herbst gibt es kaum etwas Besseres, als zum Frühstück selbst gekochtes Gelee auf knusprigen Brötchen zu genießen.
Zutaten
2 kg Quitten
500 g Gelierzucker 2:1
Zubereitung
Am Vortag, wenn vorhanden, feinen Flaum mit Hilfe eines Geschirrtuchs von den Quitten reiben. Früchte waschen und samt Schale und Kerngehäuse mit einem scharfen Küchenmesser grob zerteilen. Quitten mit 1,5 l Wasser in einen großen Topf geben. Zugedeckt etwa 1 Stunde köcheln.

In der Zwischenzeit zwei große Siebe mit je einem angefeuchteten Mulltuch auslegen und zum Auffangen des Saftes auf Töpfe setzen. Gekochte Quitten samt Flüssigkeit auf die Mulltücher verteilen und mindestens 12 Stunden, zum Beispiel über Nacht, abtropfen lassen.

Tücher mit den Quitten ausdrücken. 1000 ml Quittensaft abmessen und mit Gelierzucker in einem großen Topf verrühren. Saft bei starker Hitze aufkochen und mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei die ganze Zeit rühren, damit nichts anbrennt und genügend Flüssigkeit verdampfen kann. Gelierprobe machen, Topf vom Herd nehmen, Schaum evtl. abschöpfen. Quittengelee sofort in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen. Gläser gut verschließen und vollständig auskühlen lassen.

Nährwerte
Pro Portion
- 673 kcal
- 19 g Eiweiß
- 9 g Fett
- 116 g Kohlenhydrate
Für Quittengelee kannst du dir das Schälen sparen. In und direkt unter der Schale von Quitten sowie im Kerngehäuse steckt viel Pektin. Das natürliche Geliermittel hilft zusätzlich zum Zucker dabei, dass das Gelee am Ende eine schöne Konsistenz bekommt. Beim späteren Abtropfen bleiben Schale und Kerngehäuse ohnehin im Passiertuch zurück.
Welche Menge Quitten für einen Liter Saft?
Pro Kilogramm Frucht erhält man etwa 1/2 Liter Saft. Dabei ist zu beachten, dass die Saftmenge von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich sein kann. Wir haben für das Quittengelee die Sorte "Esme" verwendet.
Wie viel Zucker braucht Quittengelee?
Für unser Grundrezept verwenden wir Gelierzucker 2:1 (2 Teile Frucht, 1 Teil Gelierzucker): Auf 900-1000 ml Quittensaft kommen demnach 500 g Gelierzucker. Das ergibt eine deutlich fruchtigere und weniger süße Variante als mit Gelierzucker 1:1.
Wer ganz klassisch ohne Gelierzucker arbeiten möchte, kann 1 l Quittensaft mit etwa 1 kg Zucker und dem Saft einer Zitrone einkochen. Das Gelee wird dabei etwa 10 Minuten unter Rühren gekocht und anschließend mit der Gelierprobe überprüft. Gib dafür einen kleinen Klecks des heißen Gelees auf einen kalten Teller und lass ihn kurz abkühlen. Wird es dabei fest und zieht leichte Falten, wenn du mit einem Finger darüber fährst, ist es ausreichend geliert. Bleibt der Klecks flüssig, kochst du das Gelee noch etwas weiter und wiederholst die Probe.
Welche Quitten eignen sich für Gelee?
Für Quittengelee kannst du verschiedene Quittensorten verwenden. Wichtig ist vor allem, dass die Früchte unbeschädigt und in einem guten Reifezustand sind. Reife Quitten erkennst du daran, dass sich die grün-gelbe Schale goldgelb gefärbt hat, der typische Flaum bereits verschwunden ist oder sich mit einem Tuch leicht abreiben lässt. Zudem verströmen reife Früchte einen sehr intensiven, fruchtig-würzigen und süßlichen Duft. Für Gelee können Quitten bereits im Stadium der Pflückreife verarbeitet werden, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Pektin-Gehalt besonders hoch. Bei längerer Lagerung nimmt er ab.
Gelee oder Marmelade – was ist der Unterschied?
Für Quittengelee wird nur der Saft verwendet. Die gekochten Quitten werden dafür nach dem Kochen durch ein Tuch abgeseiht. Das Ergebnis ist nach dem Kochen mit Gelierzucker ein klarer, glänzender und streichfähiger Fruchtaufstrich. Für Quittenmarmelade wird hingegen das Fruchtfleisch der Herbstfrüchte verarbeitet – die Konsistenz ist entsprechend sämiger und enthält Fruchtbestandteile.
Was tun mit den gekochten Quitten-Resten?
Den nach dem Entsaften der Quitten übrig bleibenden Trester (Fruchtfleisch, Schale und Kerngehäuse) nicht wegwerfen! Er enthält noch jede Menge Aroma und lassen sich wunderbar weiterverarbeiten. Das kannst du daraus noch zubereiten:
Quittenmus
Die weichen Quitten durch ein feines Sieb streichen oder mit einem Passiergerät verarbeiten. Das Mus kannst du beispielsweise mit Zucker weiter einkochen und als Dessert oder Brotaufstrich verwenden.
Quittenbrot
Noch besser eignet sich das Fruchtfleisch für Quittenbrot: Dafür wird das Quittenmus mit Zucker eingekocht, auf ein Blech gestrichen und anschließend im Ofen über mehrere Stunden getrocknet. Das feste Quittenkonfekt lässt sich in Stücke schneiden und beispielsweise in Kokosraspeln oder Nüssen wenden. Klassisch wird Quittenbrot auch zu Käse serviert.
Quittengelee abwandeln: aromatische Varianten
Klassisches Quittengelee schmeckt intensiv fruchtig, leicht herb und angenehm säuerlich. Sein Aroma erinnert an eine Mischung aus Apfel, Birne und Zitrone – dazu kommt eine blumige Note, die für Quitten typisch ist. Das Grundrezept für Quittengelee kannst du nach Belieben ganz einfach geschmacklich verfeinern. Besonders gut harmonieren Gewürze und Zitrusaromen mit dem floralen Quittenaroma.
Ingwer: Einige dünne Scheiben frischen Ingwer beim Kochen der Quitten mitziehen lassen oder fein gewürfelten Ingwer erst beim Einkochen des Safts zugeben.
Vanille: Eine Vanilleschote beim Einkochen des Safts mitziehen lassen.
Zimt: Eine Zimtstange während des Kochens zugeben und vor dem Abfüllen entfernen.
Kardamom: Einige leicht angedrückte Kardamomkapseln sorgen für eine warm-würzige Note.
Orangensaft: Einen Teil des Quittensafts durch Orangensaft ersetzen. So bekommt das Gelee eine frische Zitrusnote.
Zitronensaft: Ein Schuss Zitronensaft bringt zusätzliche Säure und hebt das Quittenaroma hervor.
Quittengelee verwenden: mehr als nur Brotaufstrich
Quittengelee schmeckt natürlich wunderbar auf Brot oder Brötchen – sein feines, fruchtig-herbes Aroma kann aber noch viel mehr.
Zu Käse
Ein Klecks Quittengelee passt hervorragend zu einer Käseplatte. Besonders spannend ist die Kombination mit kräftigem Hartkäse oder würzigem Weichkäse. Auch das selbst gemachte Quittenbrot wird traditionell gerne zu Käse gereicht.
Zum Verfeinern von Soßen
Ein Löffel Quittengelee kann dunklen Soßen eine fruchtige, leicht säuerliche Note geben. Besonders gut passt es zu Wild, Geflügel oder kräftigen Schmorgerichten.
Für Desserts
Quittengelee lässt sich als fruchtige Komponente zu Pudding, Joghurt, Quark oder Eis servieren. Auch in Schichtdesserts oder als dünne Fruchtschicht in Torten macht es sich gut.
Zum Aprikotieren
Quittengelee eignet sich außerdem hervorragend zum Aprikotieren: Dafür wird das Gelee leicht erwärmt und anschließend dünn auf Kuchen, Torten, und Gebäck wie Zimtschnecken gestrichen. Es sorgt für einen schönen Glanz und gibt gleichzeitig eine feine Fruchtnote. Auch beim Plätzchenbacken kann Quittengelee verarbeitet werden, zum Beispiel als fruchtige Füllung für Hanseaten oder Engelsaugen.
Was tun, wenn das Quittengelee nicht gelingt?
Quittengelee wird nicht fest
Wenn das Gelee die Gelierprobe nicht besteht, kannst du zusätzlich ein Päckchen (5 g) Zitronensäure in das heiße Quittengelee rühren und es noch einmal kurz aufkochen, bis die Konsistenz dicklicher wird. Auch ein zu hoher Saftanteil im Verhältnis zum Gelierzucker kann die Ursache sein. Deshalb den Saft immer genau abmessen und das Mischungsverhältnis des Gelierzuckers beachten.
Das Gelee wird trüb
Für klares Quittengelee ist vor allem die Saftgewinnung entscheidend.Zu starkes Auspressen der Fruchtstücke sorgt dafür, dass mehr feine Fruchtbestandteile in den Saft gelangen. Auch Schaum kann später für Trübungen sorgen. Darum die gekochten Quitten möglichst in Ruhe abtropfen lassen und den Schaum vor dem Abfüllen vorsichtig abschöpfen.
Ich bekomme zu wenig Quittensaft
Die Saftausbeute hängt unter anderem von Sorte, Reifegrad und Wassergehalt der Früchte ab. Als grobe Orientierung gelten etwa 500 ml Saft pro Kilogramm Quitten, aber das ist kein fester Wert. Für die gewünschte Menge Gelee solltest du deshalb nicht ausschließlich nach der Ausgangsmenge der Quitten rechnen, sondern dich beim Gelierzucker immer an der tatsächlich gewonnenen Saftmenge orientieren.
Ich bekomme viel mehr Saft als erwartet
Das ist kein Problem: Den Saft einfach abmessen und die benötigte Menge Gelierzucker entsprechend dem angegebenen Verhältnis berechnen. Übrig gebliebenen Saft kannst du außerdem separat einkochen oder für Getränke wie Quittenlikör und andere Quitten-Rezepte verwenden.
Das Gelee schmeckt zu süß oder zu sauer
Quitten selbst bringen eine feine Säure und ein intensives, leicht herbes Aroma mit. Je nach Sorte und Reifegrad kann der Geschmack aber variieren. Ist das fertige Gelee zu süß, lässt sich das nachträglich nur begrenzt korrigieren. Beim nächsten Ansatz kannst du eine weniger süße Gelierzucker-Variante verwenden, sofern sie für dein gewünschtes Mischungsverhältnis geeignet ist.
Ist das Gelee zu säuerlich, kann beim nächsten Mal eine etwas süßere Gelierzucker-Variante gewählt werden. Auch die Kombination mit Orangensaft oder einer aromatischen Zutat wie Vanille kann die Säure geschmacklich ausbalancieren.
Wie lange ist Quittengelee haltbar?
Selbst gemachtes Quittengelee hält sich bei kühler, dunkler Lagerung im Keller oder Vorratsschrank 6-9 Monate. Achte darauf, dass du zum Abfüllen sterile Gläser und Deckel verwendest, das verlängert die Haltbarkeit.
Geöffnetes Quittengelee hält sich im Kühlschrank mindestens 4 Wochen. Um Schimmelbildung zu verhindern, das Gelee immer mit einem sauberen Löffel entnehmen.
Praktische Helfer für die Gelee-Zubereitung
Mit dem passenden Zubehör geht dir das Kochen von Quittengelee noch einfacher von der Hand. In einem ausreichend großen Topf kannst du auch größere Mengen Quitten verarbeiten, zum Abfüllen sind gut schließende Einmachgläser das A und O. Und mit einem speziellen Dampfentsafter ist die Saftgewinnung für das Gelee ein echtes Kinderspiel und gelingt viel einfacher als im Kochtopf.
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