Was hilft gegen Lebensmittelmotten?

Diese ungebetenen Gäste kommen selten allein: Lebensmittelmotten! Doch du musst nicht gleich die Chemiekeule hervorholen, um die lästigen Plagegeister wieder loszuwerden. Wir verraten dir, wie du effektiv gegen die Schädlinge vorgehen und dank einfacher Hausmittel und Maßnahmen einem Mottenbefall vorbeugen kannst.

Was hilft gegen Lebensmittelmotten
Lebensmittelmotten bevorzugen kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Mehl, Foto: House of Food / Bauer Food Experts KG; istock, Taborsk
Inhalt
  1. Lebensmittelmotten erkennen
  2. Woher kommen Lebensmittelmotten?
  3. Sind Lebensmittelmotten gesundheitsschädlich?
  4. Bei einem Mottenbefall erste Maßnahmen ergreifen
  5. Pheromonfallen gegen Lebensmittelmotten
  6. Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten
  7. So kannst du den Lebensmittelmotten vorbeugen
 

Lebensmittelmotten erkennen

Nichtsahnend öffnest du die Verpackung deines Lieblingsmüslis und plötzlich flattert sie dir entgegen: eine Lebensmittelmotte! Die etwa 4 bis 10 Millimeter großen Falter haben je nach Art eine braun-weiße, silbrig-graue oder braun-gelbe Färbung mit abstrakter Zeichnung, womit sie sich leicht von Kleidermotten unterscheiden lassen, die eher strohgelb gefärbt sind und keinerlei Zeichnung vorweisen. Bis zu 300 Eier kann eine Lebensmittelmotte legen, was dazu führt, dass sich die Schädlinge sehr schnell in der Wohnung ausbreiten und deine Lebensmittel befallen können. Es ist also schnelles Handeln gefragt!

 

Woher kommen Lebensmittelmotten?

Solltest du tatsächlich Lebensmittelmotten in der Küche entdecken, ist das nicht automatisch ein Indiz für mangelnde Hygiene, denn ein Befall hat nichts mit Sauberkeit in der Küche zu tun. Und auch von draußen kommen Lebensmittelmotten nur äußerst selten in die Wohnung hineingeflattert. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man sich die Plagegeister versehentlich schon mit dem Einkauf aus dem Supermarkt in die Wohnung "einschleppt". Die Schädlinge bevorzugen vor allem trockene Nahrungsmittel wie Getreide, Nüsse, Schokolade, Tee, Kräuter, Kakao, Trockenobst und Hülsenfrüchte und können diese bereits während der Produktion, über den Lieferweg oder durch die Lagerung im Supermarkt befallen haben.

Walnüsse
Auch Nüsse werden häufig von Lebensmittelmotten befallen, Foto: House of Food / Bauer Food Experts KG
 

Sind Lebensmittelmotten gesundheitsschädlich?

Per se sind Lebensmittelmotten nicht gefährlich aber ihr Kot und die feinen Gespinste, die sie in den Lebensmitteln absetzen, können nach dem Verzehr bei einigen Menschen allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Abgesehen davon sind die betroffenen Lebensmittel dann ohnehin ungenießbar. Deshalb ist es wichtig, die von den Motten bevorzugten Produkte nach dem Einkauf auf Rückstände oder Larven der Schädlinge gründlich zu untersuchen. Sind die Produkte befallen, solltest du dringend erste Maßnahmen ergreifen, damit sich die Motten nicht ungehindert vermehren.

 

Bei einem Mottenbefall erste Maßnahmen ergreifen

  • Steht fest, dass es sich bei den ungebetenen Gästen tatsächlich um Lebensmittelmotten handelt, ist der erste Schritt, zunächst die Ursache und Quelle allen Übels ausfindig zu machen. Untersuche alle deine Nahrungsvorräte auf Befall. Findest du kleine Larven oder Fäden in den Lebensmitteln vor, gehören diese komplett entsorgt! Übrige Lebensmittel in luftdichte Behältnisse aus Glas umfüllen.
  • Anschließend alle Schränke, Schubladen und sonstige Ablageflächen in der Küche ausräumen. Einen sauberen Lappen mit einem Gemisch aus Wasser und Haushaltsessig im Verhältnis 2:1 tränken und damit alle Flächen gründlich abwischen.
  • Mit einem heißen Föhn (vorsichtig!) die Schubladen und Schränke, Fußleisten und andere zugängliche Ritzen erhitzen – die starke Hitze tötet die Larveneier ab.   
  • Schwer erreichbare Ecken und Ritzen können bei Bedarf zusätzlich mit Kieselgur ausgestreut werden. Der meist weißliche oder bräunliche Puder besteht aus pulverisierten Schalen fossiler Kieselalgen und wirkt ganz ohne Chemie: Die scharfen Kanten der Kieselalgenschalen verletzen die Schädlinge. In der Folge trocknen diese aus und sterben. Kieselgur ist ungiftig und gefahrlos für Mensch und Tier.
  • Von chemischen Mitteln zur Entfernung der Motten raten wir ab. Haustiere oder Kinder könnten mit den Giften in Berührung kommen, was möglicherwiese zu gesundheitlichen Beschwerden wie allergischen Reaktionen und Hautausschlägen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Atemproblemen führen kann.
 

Pheromonfallen gegen Lebensmittelmotten

Nachdem erste Maßnahmen zur Beseitigung der Lebensmittelmotten ergriffen wurden, müssen langfristig wirkende Lösungen her, um die Wohnung nach und nach komplett mottenfrei zu bekommen. Pheromonfallen können hier ein wirksames Mittel sein: Die Fallen bestehen aus einem Papierstreifen mit flächendeckendem Klebefilm, auf dem das weibliche Sexualhormon Pheromon aufgetragen ist. Männliche Motten werden dadurch angelockt, setzen sich auf den Papierstreifen, bleiben kleben und verenden. Weibliche Motten können von ihnen dann nicht mehr befruchtet werden.

Klarer Vorteil dieser Fallen ist, dass sie ein schnelles und natürliches Hilfsmittel sind. Da jedoch nur die Männchen vernichtet werden, ist die Maßnahme bei großem Befall nicht ausreichend. Denn es kann kaum sichergestellt werden, dass alle männlichen Motten rechtzeitig erwischt werden – sie könnten die Weibchen trotzdem schon vorher befruchtet haben. Wir empfehlen dir daher, Pheromonfallen nur als begleitendes Hilfsmittel einzusetzen, um zum Beispiel die Größe des Mottenbestandes abzuschätzen oder den Bestand zunächst zu minimieren. Das empfiehlt sich besonders als vorbereitende Maßnahme für den Einsatz von Schlupfwespen.

 

Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten

Was zunächst ein bisschen gruselig klingt, ist eine kleine Wunderwaffe der Natur: Die Schlupfwespe ist der natürliche Feind der Lebensmittelmotte und wird vom Menschen dank ihrer Lebensweise gerne als natürlichen Schädlingsbekämpfer eingesetzt. Und das funktioniert so: Auf kleinen Kärtchen befinden sich mehrere tausend Eier, aus denen nach einigen Tagen die Schlupfwespen schlüpfen. Nach dem Schlüpfen orientieren sie sich dank hervorragendem Geruchssinn und spüren ihre Hauptnahrungsquelle auf – Eier von Lebensmittelmotten! Die Schlupfweste legt dann ihre Eier in die Eier der Lebensmittelmotte, befällt sie und zerstört dadurch die Motteneier. Sind keine Motteneier mehr vorhanden, zerfällt die Schlupfwespe zu Mikrostaub und stirbt.

Schlupfwespen können nicht fliegen, platziere daher die Kärtchen unmittelbar dort, wo du die Motten vermutest. Damit alle Motteneier vollständig vernichtet und weitere Reproduktionszyklen ausgeschlossen werden können, müssen alle 3 Wochen neue Schlupfwespenkärtchen ausgelegt werden. Nach 9 Wochen sind die Lebensmittelmotten in der Regel beseitigt.

Keine Sorge: Schlupfwespen stechen nicht und sind so klein (nur etwa 0,5 mm), dass du sie im Alltag kaum wahrnehmen wirst.

 

So kannst du den Lebensmittelmotten vorbeugen

Damit es zukünftig gar nicht erst zu einem übermäßigen Befall von Lebensmittelmotten kommt, ist es ratsam, auf einige Dinge im Haushalt zu achten.

Sicher erinnerst du dich noch an die duftenden kleinen Säckchen aus Omas Kleiderschrank. Schon unsere Großeltern wussten um dieses Hausmittel als effektive Methode zur Abschreckung der Motten: Lavendel. Weder Textil- noch Lebensmittelmotten mögen den Geruch und halten sich daher fern. Einfach ein Stoffsäckchen mit frischen oder getrockneten Lavendel füllen oder ein paar Tropfen Lavendelöl auf ein Taschentuch tröpfeln und in den Vorratsschrank legen. Alternativ kannst du auch Zedernhölzer, Lorbeerblätter oder Nelken als störende Duftmittel gegen Lebensmittelmotten einsetzen.

Direkt nach dem Einkauf sollten die von den Motten bevorzugten Lebensmittel auf Larven, Kotrückstände sowie weiße, fadenartige Gespinste untersucht werden. Alle losen Lebensmittel, wie Getreide, Körner, Tee, Nüsse, Mehle etc., füllst du am besten in luftdichte Gefäße aus Glas oder Keramik um. Boxen aus dünnem Plastik oder Karton eignen sich für die Vorratshaltung eher nicht so gut, denn die Motten können sich durch sie hindurchfressen.

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