Zero Waste Frühlingsgemüse

Nicht wegwerfen! Diese 7 Gemüseblätter solltest du unbedingt essen – geniale Rezepte zum Sparen

Unnötigerweise landen immer wieder Kohlrabiblätter, Möhrengrün und Co. im Müll. Viele ahnen dabei gar nicht, was ihnen entgeht! Wir geben Tipps und Rezepte für nachhaltiges Kochen und erklären, welches Gemüsegrün du noch verwenden kannst.

Ein Korb voller Gemüse: Weißer Spargel, Karotten, Kohlrabi.
Restlos verwertbar: Radieschen- und Kohlrabiblätter genauso wie anderes Gemüsegrün bringen neue Aromen in unsere Küche! Foto: LECKER @ Bauer Media Group
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Das Grün bestimmter Gemüsesorten ist essbar – vor allem die Blätter von Wurzel- und Knollengemüse. Ob fein gehackt, püriert, angebraten oder gedünstet: die Stiele und Blätter sind ähnlich wie Küchenkräuter vielseitig einsetzbar. Neben dem würzigen Geschmack enthalten sie viele gesunde Inhaltsstoffe, die selbst den Anteil der restlichen Pflanze übertreffen. Und was passiert? Das leckere und gesunde Gemüsegrün landet in der Bio-Tonne.

Dabei stecken Stiele und Blätter voller Aroma und lassen sich auf unterschiedlichste Weise in Gerichten verarbeiten. Plus: Wenn du das gesamte Gemüse nutzt, vermeidest du nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern sparst gleichzeitig bares Geld – nachhaltig und richtig lecker zugleich.

Übrigens legen wir dir ans Herz, beim Gemüseeinkauf auf Bio-Qualität zu achten. So stellst du sicher, dass das Gemüse keine hohen Pestizidrückstände aufweist – denn die wären eher gesundheitsschädlich als -fördernd.

1. Möhrengrün: Pesto & würziges Topping

Du schneidest das Möhrengrün deiner Karotten ab und wirfst es einfach weg? Für die Mülltonne ist das Grün viel zu Schade! Denn zum einen weist es einen sehr viel höheren Nährstoffgehalt auf, als die Rübe selbst. Zum anderen lassen sich die grünen Stiele und Blätter super einfach zu einem köstlichen Möhrengrün-Pesto verarbeiten.

Dafür Parmesan fein reiben und mit Möhrengrün, Mandeln, 3 EL Öl und 50 ml Brühe in einem hohen Rührbecher zu einem feinen Pesto pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig! Passt hervorragend zu selbstgemachten Gnocchi oder frischem Kartoffelsalat mit Kirschtomaten.

Das Möhrengrün erinnert geschmacklich an die Süße der Karotte, ist aber würziger. Frisch kann das Karottengrün wie Petersilie verarbeitet werden, zum Beispiel zum Kochen einer Gemüsebrühe oder Kräutersoße. Komplett ungekocht wird daraus ein tolles Topping für Salate und Suppen wie bei unserer Möhrensuppe mit Knobi-Joghurt.

Als Zutat im Smoothie versorgt uns das Möhrengrün mit viel Energie und Vitaminen. Für einen Mango-Smoothie mit Möhrengrün brauchst du: 200 ml Wasser, 75 g Babyspinat, Grün von 2 kleinen Möhren, 1/2 Orange, 1/2 Mango, 1/2 Banane sowie 1 TL Leinöl. Alle Zutaten in den Mixer geben, pürieren und genießen.

2. Kohlrabiblätter als frühlingshafte Spinat-Alternative

Kohlrabiblätter sind kleine Kraftwerke: Sie weisen doppelt so viel Vitamin C als die Knolle auf sowie auch deutlich mehr Magnesium. Aber nicht nur das: Die knackfrischen Kohlrabiblätter sind wunderbar würzig und vielseitig einsetzbar. Die großen können wie Spinat gekocht oder in Suppen und Eintöpfen mitgegart werden. Das Rezept für Kohlrabiblätter als frühlingshafte Alternative zu Spinat ist super easy:

Die Blätter von 4–5 Kohlrabi waschen, von Stielen und dicken Blattadern befreien und in Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, 1 Zwiebel (gewürfelt) und 1 Zehe Knoblauch (gewürfelt) anbraten, die Kohlrabiblätter zugeben, salzen, pfeffern und 20 Minuten unter gelegentlichem Wenden garen. Abschmecken und servieren.

Die kleinen Blätter eigenen sich wunderbar, um über Salate gestreut zu werden. Während sich die großen Blätter auch hervorragend zum Füllen anbieten; ganz ähnlich wie bei gefüllten Weinblättern.

Für unseren Frühlingssalat mit Käseküchlein und Kohlrabipesto kommen die Kohlrabiblätter gleich mehrmals zum Einsatz: neben dem Pesto auch im Käsesoufflé. Ein schönes Rezept, das sich bestens fürs vegetarische Kochen für Gäste eignet.

3. Radieschenblätter - frittiert, gekocht

Auch die Blätter von Radieschen sind viel zu schade zum Wegwerfen. Sie schmecken würzig-scharf, fast wie Rucola, und färben extrem grün. Stiele und Blätter können wie frische Kräuter eingesetzt werden. Zum Beispiel zum Kochen einer Kopfsalatsuppe mit Radieschen-Grün und Kalbfleischklößchen. Ein tolles Aroma entsteht auch, wenn du die Radieschenblätter frittierst. 

In warmen Gerichten lassen sich die Blätter übrigens ganz ähnlich wie Blattspinat verwenden. Wir empfehlen mit den Blättern unser Rezept für Orzotto mit Tomaten auszuprobieren.

Wegen der feinen Härchen und der leichten Schärfe sind die Radieschenblätter allerdings nicht bei allen beliebt. Eine geschmackliche Alternative sind die jungen Blätter der Roten Bete...

Extra-Tipp für die Spargelsaison

Endlich ist Spargelzeit! Damit auch nichts vom weißen Gold verschwendet wird, empfehlen wir dir auch die Spargelschalen zu verwerten. Besonders lecker gelingt daraus unsere cremige Spargelsuppe.

4. Rote Bete-Blätter für bunte Salate

Rote Bete ist farbenfroh, vielseitig und lecker. Das gleiche gilt für ihre dekorativen Blätter, die grün und violett schimmern. Deren kräftiger Geschmack rundet bunte Frühlingssalate sowie Snackplatten ab. Kurz in Knoblauchöl angebraten und mit etwas Salz und Pfeffer abgeschmeckt, werden sie zu einer herzhaften Beilage für leichte Fleischgerichte.

Darüber hinaus punkten die Blätter mit wichtigen Nährstoffen: Sie enthalten unter anderem die siebenfache Kalziummenge der Rübe sowie die zweitausendfache Menge an Vitamin K. Ab sofort also mehr davon!

5. Fenchelgrün - Alternative zu Dill

Das zart gefiederte Grün des Fenchels erinnert optisch an Dill. Es enthält ätherische Öle, die eine milde Anisnote mit sich bringen sowie jede Menge Mineralstoffe, Kalzium und Magnesium. Fenchelgrün eignet sich bestens zum Würzen von Salaten, Suppen und delikater Fleisch- und Fischgerichte. Als Eye-Catcher machen sich die Blättchen aber auch super auf einem Butterboard für Gäste. Doch immer sparsam einsetzen, sonst dominiert der Anisgeschmack.

Wer mit Fenchelgrün einmal kochen möchte, sollte unbedingt diese Rezepte ausprobieren: feine Kartoffel-Fenchel-Suppe mit Garnelen und unser frischer Orangen-Fenchel-Salat mit Honig-Senf-Vinaigrette.

Hast du ein bisschen mehr Fenchelgrün übrig eignen sich die Blätter super, um daraus einen Tee zu machen. Dazu die Blättchen in einen Becher geben, mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.

Kräutertees sind nicht so deins? Dann solltest du unbedingt unser Rezept für Apfel-Zimt-Tee aus Apfelschalen probieren. Schon den Duft wirst du lieben!

6. Sellerieblätter für Selleriesalz

Neben Fenchel speichern auch die anderen Vertreter der Selleriefamilie ätherische Öle. Geschmacklich sind die Blätter von Stangen- und Knollensellerie zwischen Petersilie und Liebstöckel einzuordnen. Sie liefern Braten- und Gemüsefond eine ausgezeichnete Würze. Außerdem peppen sie als Garnitur Salate, Suppen und Fingerfood auf.

Aus den Blättern lässt sich auch einfach ein pikantes Selleriesalz herstellen. Du brauchst für eine kleine Menge 1 TL Salz nach Wahl sowie 10g Sellerieblätter. Letztere waschen, etwas klein schneiden und im Ofen bei 80 °C (Umluft) für ca. 20 - 30 Minuten trocknen. Anschließend sehr fein mörsern und mit dem Salz vermischen. Das Salz eignet sich gut zum Würzen von Eintöpfen und Kartoffelgerichten.

Sellerie ist ein fester Bestandteil vieler handelsüblicher Suppenwürzpulver & Co. Machst du dein eigenes Selleriesalz, erhältst du einen natürlichen Geschmacksverstärker – ganz ohne Zusatzstoffe.

So lagerst du Gemüseblätter richtig

Nach dem Einkauf die Blätter sofort entfernen. Sie entziehen dem restlichen Teil des Gemüses Feuchtigkeit, wodurch es schrumpelig wird. Das Grün kannst du einfach an den Stielen vorsichtig abdrehen. Anschließend das Grün und das Gemüse trocken putzen und in Frischhalteboxen im Kühlschrank lagern. Ist das Grün etwas trocken, kannst du zusätzlich ein feuchtes Papierküchentuch herumwickeln. Auf diese Weise hält es sich ca. eine Woche lang.

7. Blumenkohlblätter für vegetarische Frikadellen

Nicht nur die weißen Röschen, auch die Blätter lassen sich zu einer Blumenkohlsuppe verarbeiten. Du kannst das Grün aber auch als unkompliziertes Beilagengemüse zubereiten.

Dafür die Blätter in feine Streifen schneiden und in Wasser garen oder zusammen mit einer gehackten Zwiebel in etwas Öl kurz anbraten und mit wenig Wasser fertig dünsten.

Unsere absolute Empfehlung für die Verwertung des gesamten Blumenkohls ist aber unser Rezept für vegetarische Blumenkohl-Frikadellen. Sie sind außen herrlich knusprig, innen wunderbar weich und cheesy: super lecker!

Finger weg von diesen Blättern!

Nicht alle Pflanzenblätter sind für den Verzehr geeignet. Manche sind sogar gesundheitsschädigend, wie das Grün von Rhabarber und Paprika. Sie enthalten eine hohe Konzentration von Stoffen wie Oxalsäure und Solanin, die Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hervorrufen können.