Friesentorte wie im Café - das Originalrezept mit Pflaumenmus
Knusprige Böden mit traumhaft cremiger Füllung: Die Friesentorte ist ein norddeutsches Original und ein absoluter Klassiker in ihrer Heimat Nordfriesland. Für uns gehört sie deshalb im Urlaub zu einem Besuch im Inselcafé unbedingt dazu. Die auffällige Kreation mit der typischen Fächer-Deko besteht aus drei knusprigen Mürbeteig-Streusel-Böden sowie einer Füllung aus fruchtig-würzigem Pflaumenmus und reichlich kühler Schlagsahne. Ein wahrgewordener Torten-Traum! Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du die Torte jetzt zu Hause nachbacken und zur Teestunde oder dem Sonntagskaffee mit Familie genießen.
Zutaten
250 g Mehl
1 Msp. Backpulver
2 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
150 g Schmand (oder saure Sahne)
175 g weiche Butter
150 g Mehl
75 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
½ TL Zimt
100 g kalte Butter
450 g Pflaumenmus
750 g Schlagsahne
1 EL Zucker
1 Pck. Vanillezucker
3 Pck. Sahnefestiger
1-2 TL Puderzucker
Zubereitung
Für die Böden Mehl und Backpulver mischen und in eine Schüssel sieben. Vanillezucker, Salz, saure Sahne und weiche Butter zufügen. Erst mit den Knethaken des Handrührgerätes, dann mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Folie wickeln und kurz kalt stellen.
Für die Streusel Mehl, Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer Schüssel mischen. Kalte Butter in kleinen Würfeln zufügen und mit den Händen zu einem krümeligen Streuselteig verkneten.
Teig für die Böden dritteln und auf einem gefetteten Springformboden (28 cm Ø) ausrollen. Darauf achten, dass der Teigboden am Rand nicht zu dünn ist und ihn mehrmals mit einer Gabel einstechen. Mit 1/3 der Streusel bestreuen und im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze: 200 °C/ Umluft: 175 °C) 15–20 Minuten backen.
Fertigen Boden sofort vom Springformboden lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Aus dem restlichen Teig und den Streuseln nacheinander zwei weitere Böden backen. Einen der Böden noch heiß in 12 Tortenstücke schneiden.
Zum Füllen der Torte die beiden ganzen Böden mit Pflaumenmus bestreichen. Sahne steif schlagen, dabei Zucker, Vanillezucker und Sahnefestiger einrieseln lassen. Sahne in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen.
An den Rand der beiden ganzen Böden jeweils 12 dicke Sahnetuffs spritzen. Restliche Sahne in die Mitte der Böden spritzen. Die beiden Böden aufeinandersetzen und die geschnittenen Tortenstücke jeweils schräg auf einen Sahnetuff legen.
Friesentorte ca. 1 Stunde kalt stellen. Kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und am besten mit einem Sägemesser in Tortenstücke schneiden.
Nährwerte
Pro Stück
- 663 kcal
- 6 g Eiweiß
- 43 g Fett
- 64 g Kohlenhydrate
In den Cafés auf Sylt und Amrum wird die Friesentorte mit Blätterteig gebacken. Dafür kannst du zu frischem Blätterteig aus der Kühlung greifen und den Klassiker blitzschnell zubereiten, wenn sich spontan Besuch ankündigt. Die Füllung aus Schlagsahne und Pflaumenmus bleibt die gleiche.
Nützliche Geling-Tipps für Friesentorte

So gelingt der Teig: Der Mürbeteig sollte glatt und geschmeidig sein, aber nicht kleben. Knete ihn nur so lange, bis sich alle Zutaten verbunden haben – zu langes Kneten macht ihn unnötig weich. Anschließend den Teig kurz kalt stellen. Beim Ausrollen darauf achten, dass der Boden gleichmäßig dick ist und der Rand nicht zu dünn wird. Die Böden sind fertig, wenn sie rundum leicht goldbraun gebacken sind und die Oberfläche trocken wirkt. Lieber nach der Farbe als ausschließlich nach der Backzeit gehen, denn jeder Ofen ist anders.
Schmand im Mürbeteig: Der Mürbeteig für die Friesentorte wird mit Schmand zubereitet, damit die Böden wunderbar mürbe, zart und saftig werden, und nicht trocken oder bröselig. Die Säure und der hohe Fettgehalt im Schmand sorgen außerdem für eine geschmeidige Konsistenz und einen feinen Geschmack.
Wenn ein Tortenboden reisst: Beim Lösen aus der Form und dem Umsetzen auf das Kuchengitter können die Tortenböden leicht brechen. Das passiert weniger leicht, wenn du die Böden sofort nach dem Backen aus der Springform löst. Kleine Risse lassen sich einfach wieder zusammendrücken. Auch beim Zusammensetzen fällt ein kleiner Riss kaum auf, denn Pflaumenmus und Sahne halten die Schichten zusammen. Einen stärker beschädigten Boden kannst du am besten für die mittlere Schicht verwenden. Für den obersten Boden unbedingt einen unbeschädigten Boden wählen, der später in Stücke geschnitten und aufgelegt wird.
So werden die Streusel schön knusprig: Für besonders knusprige Streusel die Butter wirklich kalt verwenden und die Zutaten nur kurz mit den Händen zu groben Krümeln verkneten. Je weniger du die Masse bearbeitest, desto lockerer und knuspriger werden die Streusel. Die Streusel gleichmäßig auf dem Teig verteilen und goldbraun backen. Wichtig: Die Böden nach dem Backen vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen – dabei werden die Streusel noch knuspriger.
Die perfekte Schlagsahne: Für eine cremige Füllung solltest du gut gekühlte Sahne verwenden und diese lieber etwas kürzer als zu lange schlagen. Die Sahne sollte stabil sein und ihre Form behalten, aber noch cremig aussehen. Sobald sie steif ist, sofort aufhören die Sahne zu schlagen. Wer zu lange weiterschlägt, riskiert eine grieselige Konsistenz. Sahnefestiger sorgt zusätzlich dafür, dass die Sahne beim Schichten stabil bleibt. Für eine saubere, optisch ansprechende Füllung setzen wir die Schlagsahne mit Hilfe eines Spritzbeutels auf die Böden. Wer es einfacher mag, verteilt sie mithilfe einer Winkelpalette.
Die Torte sauber anschneiden: Zum Schneiden der Friesentorte eignet sich am besten ein elektrisches Messer. Die festen Mürbeteig-Streusel-Böden lassen sich mit einem herkömmlichen Messer nur mit viel Druck in Stücke schneiden, was auch dazu führt, dass die leichte Schlagsahne-Füllung herausgedrückt wird.
Friesentorte vorbereiten: Einzelne Bestandteile der Torte können vorbereitet werden. Die Mürbeteig-Streusel-Böden kannst du bereits am Vortag backen und einen der Böden in Dreiecke für die Tortendekoration schneiden. Böden und Dreiecke anschließend vollständig ausgekühlen lassen und luftdicht verpackt aufbewahren. Die Torte selbst solltest du möglichst erst am Tag des Servierens zusammensetzen. So bleiben die Böden länger knusprig und weichen durch Pflaumenmus und Sahne weniger auf. Nach dem Schichten sollte die Torte etwa 1 Stunde kalt gestellt und anschließend möglichst frisch serviert werden. Die Torte sollte nicht unnötig lange im Kühlschrank stehen, damit die Böden knusprig bleiben.
Varianten für die Tortenfüllung
Neben der klassischen Füllung mit Schlagsahne und Pflaumenmus gibt es köstliche Varianten, mit denen du die Friesentorte je nach Saison kannst du sie im Sommer mit frischen Beeren, Kirschkompott oder Johannisbeergelee zubereiten, im Spätsommer schmeckt statt Pflaumenmus selbst gemachtes Pflaumenkompott oder Apfelmus. Im Herbst passen Quittengelee oder Birnenkompott gut, während des Winters kannst du die Friesentorte mit Preiselbeeren füllen.
Die Schlagsahne kannst du passend zur Jahreszeit mit Fruchtpüree, Zitronenabrieb, Vanillemark, fein geriebenem Marzipan oder Zimt verfeinern.
Häufig gestellte Fragen zu Friesentorte
Woraus besteht Friesentorte?
Friesentorte besteht klassischerweise aus mehreren knusprigen Teigböden, Pflaumenmus und einer luftigen Schicht Schlagsahne. In unserem Rezept werden die Böden aus Mürbeteig gebacken und mit knusprigen Streuseln verfeinert. Typisch ist die Optik aus Teig-Dreiecken - auch Schiffchen genannt - die die Oberfläche der Friesentorte zieren und gefächtert und kreisförmig in die Sahne gesteckt werden.
Je nach Variante und Region wird die Friesentorte auch mit Blätterteig zubereitet, der besonders fein, zartblättrig und knusprig wird. Typisch für beide Varianten ist die Kombination aus buttrig-knusprigen Tortenböden, Pflaumenmus und geschlagener Sahne.
Wo gibt es die Friesentorte?
Die Friesentorte ist eine typische Spezialität aus Nordfriesland in Schleswig-Holstein und wird dort in vielen Cafés und Konditoreien angeboten. Besonders auf den nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr und Sylt sowie rund um Husum und St. Peter-Ording gehört sie zur klassischen Kaffeetafel.
Auch in Ostfriesland ist der Tortenklassiker bekannt. Hier gibt es daneben aber eine eigene, traditionelle Ostfriesentorte: Sie besteht aus Biskuit, Sahne und in Branntwein eingelegten Rosinen und unterscheidet sich dadurch doch deutlich von der Friesentorte.
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