Kartoffelsorten – die beliebtesten Knollen in der Übersicht

Kartoffelsorten
Kartoffelsorten unterscheiden sich neben dem Aussehen auch im Geschmack (vorne Vitelotte und Bamberger Hörnchen, hinten Bintje), Foto: Food & Foto Experts

Sie heißen Linda, Laura und Annabell und sind keine Schwestern, sondern in Deutschland sehr beliebte Kartoffelsorten! In unserer Übersicht erfährst du, wofür sich welche Knolle eignet und wer sich die Kartoffelnamen ausdenkt.

Wusstest du, dass seit 2006 die Auszeichnung der Kartoffel des Jahres verliehen wird? Dadurch wollen verschiedene Organisationen und Verbände auf die große Vielfalt an Kartoffelsorten hinweisen.

 

Kartoffelsorten - die Unterschiede sind entscheidend!

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel! Die Kartoffelsorten unterscheiden sich zum Beispiel in der Farbe. Die Standard-Kartoffel, wie sie ein Jeder kennt, ist gelbfleischig mit brauner Schale. Es gibt allerdings auch rot-, violett- und sogar blaufleischige Sorten und auch die Schale kann einen rot-violetten Einschlag aufweisen. Die Form der Knollen reicht von länglich über oval bis rundlich, ganz besonders kleine Kartoffeln jeglicher Sorte werden auch als Drillinge bezeichnet.

Geschmacklich weisen die einzelnen Kartoffelsorten große Unterschiede auf. Dabei variiert der Geschmack von würzig über nussig bis relativ neutral. Aber nicht jede Kartoffel ist immer auf dem Markt erhältlich. Sehr frühe Kartoffeln, auch neue Kartoffeln genannt, gibt es bereits ab Juni, frühe Sorten ab Juli, mittelfrühe Sorten ab August bist September und späte Kartoffelsorten sind ab Mitte September bis Ende Oktober reif. Je nachdem wie warm oder regnerisch der Sommer ist, können sich die Reifezeiten allerdings verschieben. Im Allgemeinen haben spätere Kartoffelsorten den höheren Stärkegehalt, sind größer und mehligkochend.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Kartoffelsorten ist ihre jeweilige Kocheigenschaft. Davon ausgehend haben wir die verschiedenen Kartoffeln von festkochend, über vorwiegend festkochend, bis hin zu mehligkochend in unserer Übersicht zusammengestellt.

 

Festkochende Kartoffelsorten

Festkochende Kartoffelsorten
Cilena, Annabell (links und rechts oben), Nicola und Linda (links und rechts unten) sind auch als Neue Kartoffeln bekannt, Foto: Food & Foto Experts

Auch nach dem Kochen behalten diese Kartoffelsorten ihre feste Konsistenz, was sie zur idealen Zutat für Kartoffelsalat macht. Wer für Bratkartoffeln und Kartoffelgratin Wert auf intakte Scheiben legt, solle ebenfalls zur festkochenden Kartoffel greifen. Je nach Geschmack kann man aus diesen Sorten auch Salz- oder Pellkartoffeln zubereiten. Festkochende Kartoffelsorten besitzen unter den drei Kochtypen den geringsten Stärkeanteil.

Annabell – sehr frühe Kartoffelsorte mit tiefgelbem Fleisch, die sich in der Küche vielfältig einsetzen lässt

Bamberger Hörnchen - länglich-krumme Knollen mit gelb-rosaroter Schale und gelben Fruchtfleisch, würzig-nussig im Geschmack und spät reifend

Cilena – eine sehr bekannte und beliebte gelbe Kartoffel, die zu den frühreifen Sorten zählt, wohlschmeckend mit vollem Aroma nach einer gewissen Lagerzeit

La Ratte – mittelfrühe französische Kartoffelsorte für Gourmets mit gutem, nussigem Geschmack, gelbem Fruchtfleisch und länglicher Form

Linda – mittelfrühe Sorte mit cremigem Geschmack und einer guten Lagerfähigkeit

Nicola – die Kartoffel des Jahres 2016 schmeckt am besten als Pell- oder Salzkartoffel, leicht süßlich, erdig, sehr gelbes Fruchtfleisch

Sieglinde – kräftig schmeckende, sehr frühe, lang-ovale Kartoffel

Vitelotte – südamerikanische Urkartoffel mit violett-blauer Färbung, wird im Handel als blaue Kartoffel bezeichnet, mehliger, an Esskastanien erinnernder Geschmack, spät reifend

 

Vorwiegend festkochende Kartoffelsorten

Vorwiegend festkochende Kartoffelsorte Laura
Die Schale der Kartoffelsorte Laura ist leuchtend rot, Foto: Food & Foto Experts

Der Stärkegehalt dieser Kartoffelsorten ist bereits höher, als die der festkochenden Sorten. Beim Kochen zeigt die Schale leichte Risse. Besonders beliebt sind vorwiegend festkochende Kartoffelsorten für Salzkartoffeln, Pellkartoffeln oder knusprige Pommes. Sie sind vielseitig in der Küche verwendbar.

Blauer Schwede – violettes bis blaues Fleisch, intensiver, leicht süßlicher Geschmack, sehr beliebt in Skandinavien, gehört zu den mittelfrühen Sorten

Laura – die Schale dieser Kartoffelsorte ist auffallend rot, das Fleisch hingegen tiefgelb, hat einen angenehm kräftigen Geschmack

Marabel – ovale Knolle mit hellgelber Farbe, auch nach dem Kochen bleibt das Fleisch schön gelb, gehört zu den Frühkartoffeln

Rote Emmalie – die Kartoffel des Jahres 2018 besticht durch ihr rotes Fruchtfleisch, zählt zu den frühen Sorten und hat einen würzigen Geschmack sowie eine feine Konsistenz

Toscana – mittelfrühe Kartoffelsorte mit gleichmäßigen Knollen und glatter Schale, vorzüglich im Geschmack

 

Mehligkochende Kartoffelsorten

Merhligkochende Kartoffelsorte Bintje
Mehligkochende Kartoffelsorten wie Bintje enthalten viel Stärke, Foto: Food & Foto Experts

Der Klassiker für die Zubereitung von mehligkochenden Kartoffeln ist Kartoffelpüree. Die stark stärkehaltigen Knollen lassen den Brei nämlich besonders cremig werden. Aber auch bei anderen Kartoffelzubereitungen, die eine gute Bindung benötigen, stehen die mehligkochenden Sorten hoch im Kurs. Gnocchi, Kartoffelsuppe, Kroketten, Backkartoffeln und Knödel gelingen mit diesen Kartoffelsorten besonders gut.

Adretta – Züchtung aus der ehemaligen DDR zur Produktion von Pommes und Chips, mittelfrühe Reifezeit, auffallend runde Knollen

Agria – die am meisten angebaute Kartoffelsorte in Deutschland, mittelfrühe Reife, wird häufig weitervararbeitet zu Chips und Pommes; lässt sich gut lagern

Bintje – holländische Kartoffel mit dünner, hellgelber Schale, helles Fruchtfleisch, vollmundiger, mehliger Geschmack, späte Reife

Gala – mittelfrühe Reife, sehr aromatisch, gelbfleischig, toll für Kartoffelpüree und Knödel

Ora – gutes, leicht kräftiges Aroma, rundlich gelbe Knollen, späte Ernte

 

Warum haben Kartoffelsorten eigentlich Frauennamen?

Zwar trägt nicht jede Kartoffel einem Frauennamen – aber die Häufung von Namen wie Laura, Sieglinde oder Annabell ist schon auffallend. Heute wie früher erhalten neue Kartoffelsorten ihren Namen vom jeweiligen Züchter. Eine weit verbreitete Theorie dazu ist, dass der Bauer die Kartoffel stets nach dem Namen der schönsten Tochter benennt. Da wäre es interessant zu wissen, wer Pate für die Kartoffel Blauer Schwede stand.

 

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