Was ist der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre?
Für viele gehört ein süßes Marmeladenbrot am Frühstückstisch einfach dazu – aber wusstest du, dass Lieblingssorten wie Erdbeer- oder Aprikosenaufstrich lange gar nicht „Marmelade“ heißen durften? Wir zeigen dir, was hinter der neuen Regelung steckt und was sie für dich als Verbraucher oder Verbraucherin bedeutet.
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Marmelade oder Konfitüre – wo lag bisher der Unterschied?
Der Begriff Marmelade leitet sich von dem portugiesischen Wort „marmelo“ für Quitte ab. In unserem normalen Sprachgebrauch hat sich das Wort „Marmelade“ aber für süße Fruchtaufstriche aller Art etabliert.
Machte man sich im Supermarkt jedoch auf die Suche nach einer klassischen Erdbeer- oder Kirschmarmelade, wurde man bisher nicht fündig. Stattdessen tummelten sich in den Regalen umso mehr Konfitüren, Gelees und Fruchtaufstriche. Warum gab es bisher diese Unterschiede?
Für die Verwirrung sorgte eine EU-Richtlinie, die seit 2003 in Deutschland als Konfitürenverordnung in Kraft war. Sie gab vor, unter welcher Handelsbezeichnung welcher fruchtige Brotaufstrich verkauft werden darf.
Laut dieser alten EU-Verordnung war der Begriff Marmelade nur Zubereitungen aus Zitrusfrüchten wie Orangen oder Limetten vorbehalten. Alle anderen mussten Konfitüre genannt werden. Das lässt sich auf britische Einflüsse zurückführen, denn in Großbritannien wurde die dort beliebte Orangenmarmelade schon immer „marmalade“ genannt.
Nur diese Ausnahmeregelung gab es bisher: Auf Bauern- und Wochenmärkten war die Zitrusfrucht-Regel aufgehoben und es durften auch Konfitüren aus Erdbeeren, Aprikosen oder Johannisbeeren als Marmelade verkauft werden.
Neue Regeln für Marmelade: Für mehr Klarheit im Supermarktregal
Jetzt ist endlich Schluss mit der Verwirrung: Ab spätestens 14. Juni 2026 tritt die neue Konfitüren-Verordnung in Kraft. Dann kannst du dich über „Erdbeermarmelade“ & Co. auch offiziell im Supermarkt freuen. Alle fruchtigen Konfitüren dürfen künftig als „Marmelade“ bezeichnet werden. Für Zitrusaufstriche gibt es dann die neue Bezeichnung „Zitrusmarmelade“.
Warum kommt die Änderung?
Hintergrund der Umstellung: Großbritannien hat nach dem EU-Austritt seine Lebensmittelkennzeichnung gelockert. Die EU hat nachgezogen, um die Sprachpraxis vieler Verbraucherinnen und Verbraucher abzubilden – und beendet damit die alte Lücke zwischen Alltagswortschatz und Gesetz.
Produkte, die ab dem 14. Juni 2026 produziert werden, tragen die neue Bezeichnung. Bereits hergestellte Waren dürfen noch wie bisher verkauft werden.
Mehr Frucht in der Marmelade
Noch eine gute Nachricht für alle, die es fruchtig mögen. Zusammen mit den neuen Regeln steigt auch der Mindestfruchtgehalt in Marmeladen von 350 auf 450 Gramm pro Kilo – bei „Extra“-Marmelade sogar auf 500 Gramm!
Außerdem müssen Hersteller ab 2026 bei Mischsorten die Herkunftsländer der Früchte nach ihrer Menge sortiert auf dem Etikett angeben. So weißt du noch besser, was wirklich drin ist.
Konservierungsstoffe bleiben in „Marmelade“ und „Zitrusmarmelade“ verboten. Fruchtstücke sind in Marmeladen übrigens erlaubt – früher war dies nur Konfitüren vorbehalten.
Zucker, Konservierungsstoffe und Co.
Erzeugnisse aus Obstsorten wie Erdbeeren, Äpfel oder Heidelbeeren dürfen ab Sommer 2026 also ganz offiziell als „Marmeladen“ bezeichnet werden. Aufstriche aus Zitrusfrüchten heißen dann „Zitrusmarmelade“.
Was weiterhin gilt, ist, dass der Zuckergehalt in Marmeladen mindestens 55 % betragen muss. Auch Konservierungsstoffe bleiben in beiden Erzeugnissen verboten. Fruchtstücke sind in Marmeladen übrigens erlaubt – ganz früher war dies nur Konfitüren vorbehalten.
Was ist Gelee?
Gelees haben, was Zucker- und Fruchtanteil und Konservierungsstoffe betrifft, die gleichen Vorgaben wie Marmelade. Sie unterscheiden sich dadurch, dass sie nicht aus Fruchtmark oder Pulpe, sondern nur aus Fruchtsaft hergestellt werden.
Dieser wird mit Zucker und einem Geliermittel aufgekocht, sodass er eine streichfähige Konsistenz bekommt. Wie bei Marmeladen gibt es auch von Gelee eine Extra-Variante, die sich durch einen höheren Fruchtgehalt auszeichnet.
Was ist Fruchtaufstrich?
Fruchtaufstriche sind auch in der neuen Konfitürenverordnung nicht aufgeführt. Sie haben somit freie Bahn, was den Zucker- und Fruchtgehalt angeht.
>> Marmelade ohne Zucker – neue Rezepte und Tipps <<
Alle Fruchtaufstriche, die weniger Fruchtanteil, weniger Zucker oder stattdessen Süßstoffe enthalten, bekommen diese Bezeichnung. Auch das Verbot von Konservierungsstoffen, welches für alle anderen Varianten gilt, ist für Fruchtaufstriche aufgehoben.
Marmelade selber machen - darum lohnt es sich
Wenn wir ehrlich sind, schmeckt die selbstgekochte Marmelade nach Großmutters Art doch immer noch am besten. Wenn du die fruchtigen Brotaufstriche selber machst, schmecken sie nicht nur leckerer – du kannst auch die Zutaten nach Lust und Laune auswählen und trotzdem auf das Etikett schreiben, was du magst.
Probier doch mal unsere köstlichen Rezepte für Pfirsichmarmelade mit Honig und Rosmarin, sonnige Pomelo-Kumquat-Marmelade oder Blutorangenmarmelade mit Aperol! Auch toll eignen sich die fruchtigen Aufstriche in einem hübschen Einmachglas als Geschenk für Freunde und Familie.















